Die Stiftung Sportmuseum Schweiz hatte im September ihre Liquidation aus finanziellen Gründen und die Übertragung der Sammlung an Swiss Olympic angekündigt. Nach Ansicht des Dachverbands der Schweizer Sportvereine soll die Stiftung nun vorerst mit dem Verkauf einzelner Objekte ihre Schulden von 400'000 Franken tilgen.

Für eine ordentliche Liquidation gewährt der Dachverband der Stiftung ein Darlehen von 100'000 Franken, wie Swiss Olympic-Sprecher Alexander Wäfler am Mittwoch Angaben des SRF-Regionaljournals Basel bestätigte. Beantragt hatte die Stiftung 500'000 Franken für die Begleichung der Schulden. Dies lehnte der Exekutivrat jedoch ab.

Übernehmen, was übrig bleibt

Die nach dem Verkauf in der Sammlung verbleibenden Objekte werde Swiss Olympic möglicherweise übernehmen, sagte Wäfler weiter. Der Verband sei jedoch weder finanziell noch vom Platz her in der Lage, ein Museum zu betreiben. Allerdings wäre Swiss Olympic bereit gewesen, das als Begehlager betriebene Sportmuseum in Münchenstein weiterhin zu unterstützen. Bisher steuerte der Dachverband pro Jahr 100'000 Franken bei.

Aus Sicht von Swiss Olympic ist der Betrieb eines Sportmuseums eine öffentliche Aufgabe und nicht Sache eines privaten Verbands. Das Bundesamt für Kultur und der Kanton Basel-Stadt sind jedoch ab 2019 nicht mehr bereit, das seit Jahren an Geldmangel leidende Museum zu unterstützen, weshalb die Stiftung die Liquidation beschloss. Das Jahresbudget des Museums belief sich zuletzt auf 500'000 Franken.

Sportstar-Kultobjekte

Das Sportmuseum Schweiz war 1945 gegründet worden. Es gilt als eines der ältesten Sportmuseen in Europa und bewahrt bis heute die grösste schweizerische Sportsammlung auf. Dazu zählen über 12'000 Objekte, 200'000 Bilder, 150 Laufmeter Aktenarchive und 11'000 Bücher, Zeitungen und Zeitschriften.

Zur Sammlung gehören Kultobjekte wie etwa ein Tennisracket von Roger Federer, Marie-Theres Nadigs Sapporo-Skihelm, Ferdi Küblers Maillot Jaune und das ganze Archiv des Schweizerischen Turnverbands. Das Sportmuseum arbeitete seine laufend weiter wachsenden Bestände wissenschaftlich auf, um die Geschichte und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu dokumentieren.

Verlust an Substanz

Hans-Dieter Gerber, interimistischer Leiter des Sportmuseums, fürchtet, dass durch den Verkauf von Teilen der Sammlung diese massiv an Substanz verlieren wird. Denn am besten verkaufen liessen sich wohl jene Exponate, die am meisten Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sagte er im Regionaljournal Basel.

Daran, dass das Erbe des Schweizer Sport nicht einfach verschwindet, sei weiterhin auch das Bundesamt für Sport interessiert, hiess es dort auf Anfrage. Gespräche seien weiterhin im Gang.