Basel
Autobahn für Velos: Die wichtigsten Fragen zur Abstimmung über den Veloring

Am 21. Mai 2017 stimmt Basel-Stadt über den Veloring ab. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur bevorstehenden Abstimmung.

Jonas Hoskyn
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Einmal rund um Basel: Der Veloring würde die wichtigsten Arbeitsorte, Naherholungsgebiete und Verkehrsdrehpunkte miteinander verbinden.

Einmal rund um Basel: Der Veloring würde die wichtigsten Arbeitsorte, Naherholungsgebiete und Verkehrsdrehpunkte miteinander verbinden.

bz

1 Was ist der Veloring?

Der Veloring bezeichnet eine zusammenhängende Route rund um die Innenstadt. Auf dieser klar markierten Strecke sollen möglichst günstige Rahmenbedingungen für den Veloverkehr geschaffen werden. Etwas überspitzt formuliert: eine Autobahn nur eben für Velos. Geplant ist, dass die Velofahrenden auf der Strecke grundsätzlich Vortritt haben. Ein vergleichbares Projekt läuft bereits am St. Alban-Rheinweg und der Mülhauserstrasse, welche vor einem Jahr versuchsweise zu Fahrradstrassen umgestaltet wurden. Ausnahme sind dicht befahrene Kreuzungen oder Querungen des öffentlichen Verkehrs. Ein solcher Veloring ist in vielen europäischen Städten wie etwa Kopenhagen oder Stockholm ein fester Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur. Auch das benachtbarte Freiburg im Breisgau setzt verstärkt auf Fahrradstrassen. Auch bei der Basler Regierung stiessen die Initianten von Pro Velo auf offene Türen.

2 Wer ist für den Veloring, wer dagegen?

Politisch setzen sich die SP, das Grüne Bündnis und die Grünliberalen an vorderster Front für den Veloring ein. Im Pro-Komitee sind auch noch Vereine wie der WWF, VCS, Pro Natura, Umverkehr und natürlich Pro Velo. CVP und FDP sind in der Frage gespalten. LDP und SVP haben nach dem Ja im Parlament das Referendum ergriffen. Im Nein-Lager sind ACS, TCS, die Handelskammer beider Basel und der Gewerbeverband.

3 Wo soll der Veloring durchführen?

Das ist noch nicht definitiv bestimmt. Wenn man die fixen Eckpunkte aus der Initiative mit dem Teilrichtplan Velo der Regierung kombiniert, erhält man aber ein ziemlich gutes Bild. Geplant ist der Veloring vor allem auf Nebenstrassen mit Tempo 30. Der Vorschlag führt vom Bahnhof SBB durchs Gundeli, auf einer neuen Brücke über den Zoo, via Bernerring, St. Gallerring, Strassburgerallee und Mülhauserstrasse über die Dreirosenbrücke. Danach verläuft der geplante Veloring parallel zum Riehenring durchs Kleinbasel und via Wettsteinbrücke und St. Alban-Vorstadt durch die Lange Gasse und Peter Merian-Strasse zurück zum Bahnhof. Bei einem Ja soll der Veloring in fünf Jahren fertig sein.

4 Sind die Strassen dann für Autos und Motorräder gesperrt?

Einzelne Abschnitte dürften zwar reine Velowege werden, aber grundsätzlich sind die Strassen auch für den motorisierten Individualverkehr frei. Allerdings ist die Idee des Velorings eine Entflechtung der verschiedenen Verkehrsmitte zu erreichen. Insofern wären Autos zumindest nicht besonders gern gesehen. Dazu kommt, dass auf den meisten Strassen des Velorings Tempo 30 gelten soll.

5 Warum kostet das Ganze 25 Millionen?

Der Grossteil des Geldes ist für grössere Massnahmen vorgesehen, etwa die geplante Brücke über den Zolli. Auf weiten Strecken dürfte sich der Veloring mit wenigen Massnahmen realisieren lassen. Die Befürworter rechnen ausserdem damit, dass sich der Bund beteiligen wird. Weiter weisen sie darauf hin, dass Investitionen in die Veloinfrastruktur eine grössere Kosteneffizienz aufweisen als bei anderen Verkehrsträgern.

6 Auf einigen Plänen ist eine neue Brücke über den Rhein abgebildet. Was hat es damit auf sich?

Tatsächlich hat der Veloring nach aktueller Planung beim Abschnitt Wettsteinbrücke einen ziemlichen Knick, ein Umweg von gut einem Kilometer. Die schlauste Variante wäre eine neue Brücke zwischen der Wettstein- und der Schwarzwaldbrücke. Der Sevogelsteg war bereits in den 1960er Jahren einmal ein Thema. Vor drei Jahren hat die Regierung die Idee wieder aufgeworfen. In der aktuellen Abstimmungsvorlage allerdings ist die Brücke für Fussgänger und Velofahrer nicht mit drin. Die Regierung hat angekündigt, diese zu einem späteren Zeitpunkt – frühestens 2023 – realisieren zu wollen.