Lastwagenstaus
Autobahnzollamt Saint-Louis/Basel wird ausgebaut

Wegen häufiger Lastwagenstaus bauen die französischen Behörden das Autobahnzollamt Saint-Louis/Basel um. Unter anderem werden zusätzliche Sortierspuren eingerichtet. Die Arbeiten kosten 12,5 Millionen Euro, wozu die Schweiz 4,5 Millionen beisteuert.

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zvg

Das Zollamt, die «plate-forme douanière de St-Louis/Basel», liegt ganz auf französischem Territorium, just an der Landesgrenze am Nordwestrand von Basel. Täglich passieren 1200 Laster je Richtung diesen Grenzübergang, wie aus Unterlagen der für das Südelsass zuständigen Préfecture du Haut-Rhin in Colmar hervorgeht. Daneben hat es zwischen der Schweiz und Frankreich nur in Genf noch zwei Autobahn-Grenzübergänge.

Ähnlich wie auf der anderen Seite des Rheins am Autobahnzollamt Basel/Weil am Rhein (D) auf der A2/A5 führt der dichte Verkehr auch auf der A3/A35 bei Saint-Louis täglich zu Staus und oft zu Unfällen. So starb 2017 eine Person, als ihr Auto in einen stehenden Laster krachte.

Güter und Pendler im Stau

Camions, die wegen des Schweizer Sonntagsfahrverbotes vor dem Zoll warten, verstellen montags häufig die knapp fünf Kilometer entfernte Ausfahrt zum Flughafen Basel-Mülhausen. Aus Frankreich pendeln (Ende 2018) täglich 17'500 Grenzgänger allein in den Kanton Basel-Stadt; dazu kommen Elsässer Pendler ins Baselbiet und zu Aargauer Arbeitsplätzen.

Die Lage entschärfen soll nun ein neues Regime beim Zollamt mit separaten Spuren für Lastwagen, die leer in die Schweiz fahren oder sie im Transit durchqueren sowie für jene, die Zollformalitäten abwickeln müssen. Erstere sollen so deutlich schneller wegkommen, wenn sie nicht wie heute in der gemischten Kolonne stecken bleiben.

In Fahrtrichtung Schweiz wird seit Montag als erste Etappe die LKW-Ausfahrt ab der A35 verlängert und von einer auf zwei Spuren umgestaltet. Diese Ausfahrt führt via eigene Brücke zur auf der anderen Seite (nördlich) der Autobahn gelegenen Abfertigungszone mit den eigentlichen Halteplätzen für rund 70 Lastwagen.

Nutzen für Schweiz

Die letzte Bauetappe soll 2021 abgeschlossen werden, wie ein Sprecher der für das Projekt verantwortlichen französischen Behörde (DREAL Grand Est) am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Die eigentlichen Bauarbeiten seien relativ einfach, aber wegen der Enge und dichtem Verkehr heikel und zeitaufwändig.

Insgesamt sollen die Arbeiten rund 12,5 Millionen Euro kosten. Davon fliessen 4,58 Millionen Euro aus der Schweiz, wie beim Bundesamt für Strassen (Astra) zu erfahren war. Der für den grenzüberschreitenden Beitrag erforderliche Notenaustausch sei noch nicht abgeschlossen; die Gelder aber zugesichert.

Entnommen werden die 4,58 Millionen Euro dem Unterhaltsbudget Nationalstrassen. Diese «Verkehrsmanagementmassnahme» direkt an der Grenze lässt laut Astra den Verkehr auch auf dem angrenzenden inländischen Abschnitt besser fliessen. In Fahrtrichtung Frankreich kommt die A3 direkt davor aus dem Tunnel der Basler Nordtangente.

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