Windkraft

Axpo und Co. kauft sich erst jetzt Wind ein, Basler IWB hat das bereits getan

Geeignet für Windenergie: Die weiten Ebenen Brandenburgs. Die Anlage bei Calau nahe Cottbus (Bild) gehört den IWB. zvg

Geeignet für Windenergie: Die weiten Ebenen Brandenburgs. Die Anlage bei Calau nahe Cottbus (Bild) gehört den IWB. zvg

Stromproduzenten wie die Bernischen Kraftwerke und Axpo haben die Windenergie entdeckt und kaufen im Ausland ein. Für die IWB ist das ein alter Hut: Sie haben schon vor vier Jahren begonnen, im Ausland in Windpark zu investieren.

Heute betreiben die IWB 17 Windparks mit insgesamt 127 Windturbinen, zur Hauptsache in Nord- und Ostdeutschland und Frankreich.

Während Axpo & Co am Anfang stehen, ist der Zukauf von Wind- und Solarparks bei den IWB bereits abgeschlossen. Und zwar sogar ein Jahr früher als geplant. Wind und Sonne liefern bei den IWB 539 Gigawattstunden (GWh) Strom, was gemäss IWB-Geschäftsbericht rund einem Drittel des Verbrauchs im Kanton Basel-Stadt entspricht.

Etwas Wind auch in der Schweiz

In der Schweiz sind die IWB am Windpark Juvent auf dem Mont Soleil zu 25 Prozent beteiligt. Der Park, es ist der grösste der Schweiz, wird zwar nicht vergrössert, aber mit leistungsfähigeren Turbinen neuster Generation bestückt. Die erste Etappe ist abgeschlossen, die zweite im Gang. Wegen des schwachen Windes lag die Leistungszunahme 2014 freilich nur bei 25 Prozent statt der erwarteten 40 Prozent. Die zweite Etappe soll die durchschnittliche Jahresproduktion zusätzlich von 50 auf 68 GWh erhöhen.

Ein weiteres Projekt haben die IWB auf der Challhöhe auf dem Blauen. Dort ist ein Windpark mit fünf Windrädern (Fachjargon «Anlagen») geplant, mit einer Leistung von 15 Megawatt und einer durchschnittlichen Jahresproduktion von 30 GWh. «Gemäss unseren Planungen ist eine Inbetriebnahme ab 2018 denkbar, sagt IWB-Sprecher Lars Knuchel. Und wenn es zu Einsprachen kommt? Knuchel diplomatisch: «Wir stehen in regelmässigen Abständen mit allen relevanten Anspruchsgruppen in Kontakt.» Die IWB seien mit ihren Anlagen sehr zufrieden, sie seien auch rentabel, sagt Knuchel. «Die Produktion entwickelt sich nach unseren Erwartungen.» Der harte Franken spiele keine Rolle, weil sowohl Kosten wie Erträge in Euro anfallen. Wie viel bisher in Wind und Sonne investiert worden ist, geben die IWB nicht bekannt. Im damaligen Ratschlag wurde den IWB für die Investitionen ein Budget von 300 Millionen gesetzt. Es sei nicht ausgeschöpft worden.

EBM und EBL mit dabei

Auch die Elektra Birseck Münchenstein hat kräftig in Windkraft investiert. Die insgesamt 80 Windräder stehen in der Normandie (13 Anlagen, total 27 MW Leistung), in Deutschland/Brandenburg (17 Anlagen, 35 MW) und bei Salamanca und Sevilla (50 Anlagen, 88 MW Leistung). Die EBL schliesslich betreibt seit 2012 fünf Anlagen in Möthlitz/Brandenburg.

Das IWB-Projekt auf der Challhöhe wird wohl nicht das einzige in der Region bleiben. Im Kanton Baselland hat der Landrat im Februar in einem Richtplan sechs Potenzialgebiete Windenergie abgesegnet. Neben der Challhöhe handelt es sich um die Standorte Liesberg, Muttenz-Hard, Reigoldswil-Ziefen, Liestal-Arisdorf-Sissach sowie Zunzgen-Itingen. Insgesamt könnten gemäss Schätzungen des Kantons rund 30 Windräder aufgestellt werden. Allerdings ist mit Einsprachen zu rechnen (Bericht rechts oben).

IWB: völlig neue Ziele

Die IWB haben derzeit keine Windpark-Akquisitionen vor. Die künftigen Investitionen liegen gemäss IWB-Strategie anderswo: bei der neuen «Energielandschaft». Die technologischen Entwicklungen stellten das heutige System mit Grosskraftwerken zunehmend infrage – und ebenso das Geschäftsmodell der Energieversorger. Die wachsende Nachfrage nach dezentralen Produktionsanlagen beschleunige, in Kombination mit neuen Energiespeichern, diesen Prozess, heisst es im IWB-Jahresbericht. Die Investitionen der IWB werden zur Neuorientierung der Firma eingesetzt. Stichworte sind: Investitionen in ein «intelligentes» Netz», welches Verbrauchsspitzen managen kann, Investitionen in IT-Hard- und Software und Systementwicklung.

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