Bebbi-Sack

Bachletten testet umstrittenes Abfallsystem

Die Quartierbewohner im Bachletten müssen ihre Bebbi-Säcke während einem Jahr in Unterflurcontainern entsorgen. (Symbolbild)

Ein Jahr lang müssen die Quartierbewohner ihre Bebbi-Säcke in Niederflurcontainern entsorgen.

Zweimal wöchentlich holen die Basler Abfallmänner die Bebbi-Säcke ab. Damit ist im Bachletten-Quartier bald Schluss. Das Tiefbauamt stellte den Bewohnern in diesen Tagen eine Broschüre zu, in der sie über die testweise Umstellung auf Unterflurcontainer aufmerksam gemacht werden. Ein Jahr lang soll der Abfall rund um die Uhr in Unterflurcontainern entsorgt werden können, die im ganzen Quartier verteilt sind. Startschuss soll «nicht vor» nächstem Sommer sein, höchstwahrscheinlich aber im ersten Halbjahr 2021.

Bereits im Februar sprach der Grosse Rat 1,7 Millionen Franken für das Pilotprojekt. Mit der nun verteilten Informationsbroschüre werden die Bachletten-Bewohner über die genaue Umsetzung ins Bild gesetzt. «Die Luftlinie zum nächsten Unterflurcontainer beträgt für die meisten Haushalte weniger als 100 Meter», heisst es. Nicht immer sei es geglückt, die angestrebte Maximaldistanz einzuhalten, räumt das Tiefbauamt ein. Für 23 Liegenschaften liege die Luftlinie zum nächsten Container zwischen 100 und 120 Meter, bei drei Liegenschaften zwischen 120 und 150 Meter.

Widersprüche zwischen Ratschlag und Ausführung

Das Pilotprojekt stösst in Teilen des bürgerlichen Lagers auf Kritik. Der SVP-Grossrat Joël Thüring reichte gestern eine Interpellation ein, in der er auf die Widersprüche zwischen Ratschlag und Umsetzung des neuen Abfallsystems hinweist.

So macht Thüring darauf aufmerksam, dass in der Broschüre von einem Abbau von 25 bis 30 Parkplätzen die Rede sei, im Ratschlag hingegen nur der Abbau von acht Parkplätzen angekündigt worden sei. Auch verweist Thüring darauf, dass im Ratschlag versprochen worden sei, die Unterflurcontainer nur dort zu bauen, wo keine Werkleitungen vorhanden seien. In der Informationsbroschüre krebst das Tiefbauamt nun zurück. Eines der Kriterien sei, so steht nur, «möglichst» keine Leitungen im Untergrund zu verschieben. Thüring will jetzt wissen: «Weshalb sind nun offensichtlich doch Werkleitungen vom Pilotprojekt tangiert?»

Das Tiefbauamt war gestern Nachmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Liest man die Broschüre, scheint die Verwaltung von den Vorzügen des Systems aber überzeugt zu sein. Neben der Möglichkeit, rund um die Uhr Abfall zu entsorgen, würden die Unterflurcontainer auch das Trennen des Bioabfalls ermöglichen, die von Bebbi-Säcken gesäumten Strassen verschönern, die Arbeitsbelastung der Abfallmänner reduzieren und die Kosten senken. Falls die erwarteten Erfolge eintreffen, will der Kanton das System in der ganzen Stadt einführen.

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