Sonnencrème-Film auf der Wasseroberfläche, herumtreibender Abfall und Urin im Brunnen. Ein Anwohner schildert empört, was er im Dalbebrunnen antrifft. In der Hitzezeit suchen nicht nur Kinder Abkühlung in einem der zahlreichen Brunnen. Spätestens seit die IWB eine interaktive Brunnenkarte ins Internet gestellt haben, erfreuen sie sich grosser Beliebtheit.

Das hinterlässt Spuren. «Wir überprüfen die Wasserqualität in den Brunnen nicht», sagt Erik Rummer von den für die Reinigung zuständigen IWB. Die Situation zum Baden sei grundsätzlich hygienisch nicht bedenklich. «Es kann aber vereinzelt vorkommen, dass es zu Verunreinigungen durch Abfall oder sogar Fäkalien kommt.»

Egal ob Sommer oder Winter: Der Putzrhythmus bleibt der gleiche. Die Basler Brunnen werden grundsätzlich alle 14 Tage gereinigt. Nur wenn es zu schweren Verunreinigungen kommt, gibt es auch mal einen Extraeinsatz, so Rummer. Zu wenig, findet der Anwohner. Rummer gibt zu bedenken: «Wir tolerieren das Baden in den Brunnen, doch dafür sind sie nicht ausgerichtet. Wir appellieren an die Eigenverantwortung der Nutzer.»

Um den überfüllten Rhein zu meiden, zieht es vermehrt auch wieder Menschen in die Badis. Dort ist das Vergnügen hier zeitlich beschränkt. Um 20 Uhr schliessen die Gartenbäder Bachgraben und St. Jakob, nur das Eglisee hat länger offen. Die SP-Grossrätin Barbara Heer will mit einem Vorstoss erreichen, dass die Öffnungszeiten verlängert werden. «Die Anzahl Hitzetage, also Tage im Jahr, an denen mindestens 30 Grad erreicht werden, hat in den letzten Jahren als Teil der Klimaerwärmung tendenziell zugenommen», schreibt sie in der Motion. Der Kanton müsse den sich wandelnden Bedürfnissen der Bevölkerung anpassen.

Darunter meint Heer unter anderem die Tatsache, dass immer weniger Menschen einem Nine-to-Five-Job nachgingen, sondern einiges später aus dem Büro kämen als früher. Zudem gebe es auch einige, die vor neun Uhr morgens ein paar Längen schwimmen würden. Das ist heute nur im Gartenbad St. Jakob möglich. «Für Berufstätige, die im Kleinbasel wohnen, ist das natürlich zu weit weg, um vor der Arbeit ins Wasser zu springen.»

Klar ist aber auch: Sollte das Begehren der SP umgesetzt werden, wird es zu Mehrkosten kommen. Denn Heer macht auch deutlich, dass eine Verlängerung der Öffnungszeiten «nicht auf Kosten der Angestellten» umgesetzt werden dürfe. «Die längeren Öffnungszeiten morgens und abends müssen zwangsläufig mit einer Erhöhung der personellen Ressourcen einhergehen», schreibt Heer in ihrem Vorstoss. Es sollten möglichst sichere und zeitlich verbindliche Stellen geschaffen werden, um die Forderung umzusetzen. Die Kassiererinnen und Kassierer, die Aufsichtspersonen und die anderen Badi-Mitarbeiter würden einen harten Job machen – währen die anderen sich im kühlen Nass vergnügten.