Basel

Bagger des gekenterten Schiffes gefunden – Schifffahrt teils frei

Das gekenterte Frachtschiff «Merlin» liegt gesichert im Rhein.

Das gekenterte Frachtschiff «Merlin» liegt gesichert im Rhein.

Am Montagmorgen kenterte auf dem Rhein beim Dreiländereck ein Kiessschiff. Das havarierte Schiff konnte gesichert werden. Wo sich der Bagger allerdings befindet, der auf dem Schiff befestigt war, war noch unklar. Jetzt wurde er gefunden.

Nach der Grossschiff-Karambolage vom Montagmorgen beim Basler Rheinhafen hat sich die Schifffahrt am Dienstag zu normalisieren begonnen. Der Bagger des gekenterten Kiesschiffes wurde gefunden und darauf der Rhein teilweise freigegeben. Eines der involvierten Passagierschiffe ist weitergereist.

Am Montag war das Kiesschiff «Merlin» ausser Kontrolle geraten und auf der Höhe der Uferstrasse gekentert. Das Kabinen-Passagierschiff «Olympia», das gerade abgelegt hatte um flussabwärts zu fahren, krachte beim Wenden seitlich in den Bug der «Merlin» und danach noch in jenen des am Ufer liegenden Kabinen-Passagierschiffes «Lafayette».

Die vierköpfige Besatzung des Kiesschiffes wurde in extremis von Booten aus gerettet. Die Passagiere und Besatzungen der getroffenen Schiffe kamen mit dem Schrecken davon. Die Passagierschiffe wurden gemäss Untersuchungen nach dem Unfall nicht substanziell beschädigt. Die «Olympia» hat am Dienstagmorgen mit einem Tag Verspätung abgelegt, wie bei den Schweizerischen Rheinhäfen zu erfahren war.

Einbahnverkehr auf dem Rhein

Am Dienstagmorgen wurde auch der Kran-Bagger des Kiesschiffes unter dessen Rumpf gefunden, der nach dem Unfall kieloben mit Stahltrossen am Ufer gesichert worden war. Man hatte zunächst befürchtet, der Bagger könnte sich gelöst haben und die Schifffahrt unterhalb gefährden, weshalb diese vorsichtshalber komplett gesperrt worden war.

Normalerweise befahren Grossschiffe den Basler Rheinabschnitt auf genau definierten Routen mit ausreichend Abstand sowohl zueinander als auch zu Brückenpfeilern und zum Flussgrund. Letzterer ist teilweise mit Rinnen abgetieft, damit auch bei Niedrigwasser kein beladener Schiffsrumpf hängen bleibt oder beschädigt wird.

Fracht- und Passagierschiffe durften so ab Mittag wieder zwischen Basel und der Schleuse Birsfelden fahren, dies in alternierendem Einbahnverkehr. Der Abschnitt unterhalb bis Kembs (F) war bereits am Morgen freigegeben worden. – Sperrungen bringen Fahrpläne und Waren-Dispositionen durcheinander, wenn Schiffe warten müssen.

Verlorenes Beiboot gefunden

Dass erst eine der beiden Schifffahrtsrinnen in Basel frei ist, liegt daran, dass die Behörden Sog und Wellenschlag vermeiden wollen, solange das havarierte Kiesschiff noch nicht geborgen ist. Der Rheinpegel war am Dienstag mit rund 7.30 Metern leicht unter dem Vortag, also immer noch recht hoch, aber im üblichen grünen Bereich.

Ironie der Geschichte ist, dass die «Merlin» in der Woche vor dem Unfall routinemässig just damit beschäftigt war, zur Sicherung der Schifffahrt angeschwemmten Kies vom Rheingrund zu baggern: Sie hatte - wie schon oft - bereits mehrere Ladungen im Schleusen-Vorhafen des Kraftwerks Birsfelden geholt und unweit des Basler Hafens wieder im dort breiteren Rhein verteilt, als es aus noch unbekannten Gründen zum Unfall kam.

Die verlorene Kiesladung dürfte der Schifffahrt keine Probleme machen, wie bei den Schweizerischen Rheinhäfen zu erfahren war: Bereits beim Kentern sei diese wohl verteilt worden, und zudem habe das Hochwasser seither einiges abgetrieben.

Die Untersuchungen zur Unfallursache und zum genauen Hergang laufen weiter. Das beim Kentern verlorene kleine Beiboot der «Merlin» ist übrigens inzwischen im Rheinhafen Weil am Rhein (D) gleich unterhalb des Basler Hafens gefunden worden.

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