Euro-Airport
Bahnanschluss soll sich harmonisch in die Landschaft integrieren

Die von Elsässern geforderte Viaduktlösung wird bei Vorstudien untersucht. Flughafen relativiert Kritik am Damm, der Entwicklungsgebiet zerschneide und sieht Projekt gut aufgegleist. Die Elsässer aber misstrauen Paris und halten den Druck aufrecht.

Peter Schenk
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Ab 1. Juli sollen auch Passagiere im Schweizer Sektor des Euro-Airports eine Solidaritätsabgabe zahlen.

Ab 1. Juli sollen auch Passagiere im Schweizer Sektor des Euro-Airports eine Solidaritätsabgabe zahlen.

Keystone

Die Forderung des südelsässischen Zweckverbands «Saint-Louis Agglomération», das Entwicklungsgebiet Technoport mitsamt einem neuen Einkaufszentrum zwischen Euro-Airport (EAP) und Bahnhof von Saint-Louis nicht durch einen Bahndamm für den Bahnanschluss des Flughafens zu zerschneiden, ist der Projektleitung laut EAP-Mediensprecherin Vivienne Gaskell bekannt. «Die Frage wird deshalb bei den laufenden Vorprojektstudien von einer Arbeitsgruppe spezifisch untersucht», teilt sie mit.

Zu der Arbeitsgruppe würden auch Vertreter des Zweckverbands gehören. Die Projektleitung für den Bahnanschluss liegt beim Flughafen und der französischen Bahninfrastruktur Gesellschaft «SNCF Réseau». Die von den Südelsässern bevorzugte Lösung mit einem Viadukt wäre allerdings teurer als die bisher verfolgte. Wie viel konnte Alain Girny, Präsident des Zweckverbands, nicht sagen. Gaskell verweist darauf, dass die Kostenfrage Teil der Vorprojektstudien sei. Ursprünglich war von 220 Millionen Euro für den Bahnanschluss die Rede.

Umweltkriterien berücksichtigt

In deren Rahmen würden auch verschiedene «Lösungen mit dem Ziel der Projektoptimierung untersucht», so Gaskell weiter. «Dabei werden verschiedene Aspekte berücksichtigt – unter anderem die allgemeine Gestaltung des Technoport-Areals, Umweltkriterien, insbesondere ökologische Kontinuität und Landschaftsqualität sowie Projektkosten.»

Baubeginn für die sechs Kilometer lange Nebenstrecke zum EAP soll 2020 sein. Ob dieser Termin angesichts der elsässischen Forderungen eingehalten werden kann hängt laut Gaskell ebenfalls von den Ergebnissen der Vorprojektstudien und der Finanzierung ab.

Basel-Stadt zeigt Verständnis

Alain Groff, Leiter des Basler Amt für Mobilität, zeigt Verständnis dafür, dass die elsässischen Gebietskörperschaften «Mühe damit bekunden, dass die Bahntrasse ein Areal zerschneiden könnte und es ist gut nachvollziehbar, dass sie auf eine Trasse drängen, deren Trennwirkung möglichst gering ist.» Er verweist aber darauf, dass der Kanton Basel-Stadt nur Junior-Partner in dem ganzen Projekt sei und zudem territorial von der Trassenführung der Neubaustrecke nicht betroffen.

Er schreibt weiter: «Natürlich haben wir ein Interesse, dass der Gesamtaufwand nicht zu hoch wird und der Zeitplan nicht aus den Fugen gerät. Aber die Streckenführung muss auch für die lokalen Behörden vertretbar sein, erst recht wenn diese Eigentümer des Areals sind. Diese Abstimmung kostet natürlich Zeit, geht aber vielleicht schneller, als wenn die Abstimmung mit der Agglomeration erst später erfolgt.»

Laut EAP soll eine zweite Mitwirkungsphase zum Bahnanschluss 2018 stattfinden. Generell sieht der Flughafen die Entwicklung positiv: «Das Projekt ist heute sehr gut aufgegleist. Wir legen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden in puncto Projektkoordinierung. Deswegen tauschen wir uns regelmässig mit deren Vertretern aus. Der Bahnanschluss bleibt ein wichtiges strukturierendes Projekt für die ganze trinationale Region und soll sich harmonisch in die umliegende Landschaft integrieren.»

Konkretes Projekt fehlt bisher

Weniger optimistisch ist Alain Girny: «Ein konkretes Vorprojekt haben wir bisher nicht gesehen. Ich weiss deshalb nicht, ob ein Damm oder ein Viadukt geplant ist.» Angesichts der angespannten finanziellen Lage des französischen Staates sei nicht klar, ob er Mehrkosten akzeptiere. «Wir halten auf jeden Fall unseren Druck aufrecht.»

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