Es ist eine alte Rechnung, die die Schweizer Marktfahrer mit der Messe Schweiz noch offen haben. Und eine, die sie nun, da es der Messe Schweiz schlecht geht, zu begleichen denken.
Die Marktfahrer fordern von der MCH Group, dass sie an der Herbstmesse in die Halle 1 dürfen. Nicht nur mit Ständen, auch mit Bahnen. Damit würde die Messe Schweiz dann endlich ein Versprechen einlösen, das sie vor dem Bau der neuen Halle gemacht, danach aber nie eingehalten habe, sagt der Sprecher der Schweizer Marktfahrer, alt SVP-Grossrat Oskar Herzig-Jonasch. Die Messe habe diese Zusage schriftlich gemacht, als es um den Neubau der Halle und die damit zusammenhängende Volksabstimmung ging. Und später dann angemeldet, sie habe Eigenbedarf.

Krise lockt Kritiker

Die Messe hat in den letzten Monaten verschiedene massive Rückschläge hinnehmen müssen. Unter anderem droht der Baselworld, der einstigen Uhren- und Schmuckmesse, ein massiver Kahlschlag. Damit würde in der Lesart der Marktfahrer die Halle 1, in der derzeit zwischen den Messen die Stände stehen bleiben dürfen, wieder zur Verfügung stehen. Ihre Forderung ist denn auch mehr als deutlich: «Halle 1 der Messe Basel soll ab sofort für die traditionelle Basler Herbstmesse zur Verfügung stehen», so der Titel einer Medienmitteilung. Unterstützung dürfen die Messefahrer vor allem aus den Reihen der Basler SVP erwarten. Die Partei hat mit Grossrat Joël Thüring einen energischen Fürsprecher der Marktfahrer in ihren Reihen. Thüring war diese Woche denn auch an einem Treffen der Marktfahrerorganisationen in Basel dabei, an dem diverse Forderungen ausgearbeitet wurden.

Die Vertreter der Teilnehmer der Basler Herbstmesse fordern die Benützung der Halle 1 ab kommendem Jahr. Und weisen darauf hin, dass die Herbstmesse ausserdem im Jahr 2021 das 550. Bestehen feiern könne. Bis dann wolle man nicht mehr in der «vom Messeplatz abseits stehenden» Halle 3 ausharren, wo das Geschäft in den letzten Jahren alles andere als gut lief.