Kulturstiftung

Bald ein Gratis-Kunstmuseum vis-à-vis des Unispitals?

Raphael Suter, Sprecher der Fondazione Culturale Hermann Geiger: «Es ist gut denkbar, dass wir an die Spitalstrasse ziehen.» (Symbolbild)

Raphael Suter, Sprecher der Fondazione Culturale Hermann Geiger: «Es ist gut denkbar, dass wir an die Spitalstrasse ziehen.» (Symbolbild)

Die Stiftung einer Basler Millionen-Erbin zieht nach Basel. Nun konkretisieren sich ihre Pläne.

350 bis 400 Millionen Franken soll das Erbe betragen, das Sibylle Piermattei Geiger und ihre Halbschwester übernommen haben. Es stammt von Hermann Geiger, Gründer der Firma Gaba. Hinter dem Akronym steckt die Wortkombination «Goldene Apotheke Basel». 1638 gegründet ist Gaba in den vergangenen Jahrhunderten zu einem internationalen Hersteller von Hygieneprodukten aufgestiegen. Zur Gaba-Gruppe gehören die Marken Elmex und Meridol. Ein Teil des Geldes steckt in einer Stiftung, die bislang vor allem in der Toskana als Veranstalterin von Kunstausstellungen präsent war. Nun zieht es sie in die Schweiz, genauer nach Basel.

Bereits Anfang Jahr berichteten diverse Medien darüber, dass sich die Kulturstiftung Basel H. Geiger auf der Suche nach einer geeigneten Lokalität befinde. Geplant sei ein Ort, wo die Bevölkerung gratis wechselnde Ausstellungen besuchen kann. «Uns ist bewusst, dass es bereits sehr viele Kunst-Angebote gibt in Basel», liess die Stiftung zu Jahresbeginn verlauten, «darum müssen wir auch eine Nische finden, also Ausstellungen und Themen, die man in Basel noch nicht gesehen hat.»

Wie Recherchen der «Schweiz am Wochenende» zeigen, ist die Stiftung offenbar fündig geworden: Im Gespräch sind Räumlichkeiten an der Spitalstrasse 18. Darin befindet sich derzeit noch die Firma Mc Clean AG, die jüngst für Schlagzeilen sorgte: Die Betreiberin verschiedener Bahnhofs-WCs hat die Konzession der SBB verloren, berichtete diese Zeitung. Die Firma liess eine Anfrage unbeantwortet.

Erste Ausstellungen im zweiten Halbjahr 2020

Raphael Suter, Direktor der Kulturstiftung Basel H. Geiger, bestätigt hingegen das Interesse an der Liegenschaft: «Es ist ein super Standort. Es ist gut denkbar, dass wir an die Spitalstrasse ziehen», sagt er. Noch sei allerdings kein Mietvertrag unterzeichnet. «Wir sind dabei, den Prozess zu finalisieren. Dabei prüfen wir aber auch noch andere Optionen», sagt Suter. Zu evaluieren sei unter anderem noch, wie sich der Standort baulich verändern müsste, um den Bedürfnissen der Stiftung gerecht zu werden. Im Gespräch sind deshalb noch zwei weitere Standorte. Ursprünglich hatte Suter angekündigt, eine erste Ausstellung bereits Ende 2019 zu eröffnen. Daraus wird nichts. «Das ist unrealistisch», sagt Suter. Die Verzögerung erklärt sich durch die Standortsuche, die Vertragsverhandlungen und Umbauarbeiten. Er fasst nun das «zweite Halbjahr 2020» ins Auge.

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