Pass «Musées»
Bald kann man mit dem Museumspass gratis nach Bern

Ab diesem Sommer wird der populäre Oberrheinische Museumspass nochmals erheblich attraktiver. Ab 1. Juli ist für die Inhaber des Museumspass Musées der Eintritt in rund 20 Museen im Kanton Bern und der Stadt Bern gratis.

Peter Schenk
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Das Berner Zentrum Paul Klee stammt vom renommierten Architekten Renzo Piano, der auch für die Fondation Beyeler verantwortlich zeichnet. Keystone

Das Berner Zentrum Paul Klee stammt vom renommierten Architekten Renzo Piano, der auch für die Fondation Beyeler verantwortlich zeichnet. Keystone

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Die Anzahl der Mitgliedsmuseen steigt von derzeit 300 auf 320. Mehrere kulturelle Schwergewichte locken die Passinhaber zu einem Ausflug in die Region Bern. Dazu gehört das Zentrum Paul Klee, das in seinem modernen Bau von Renzo Piano 4000 Werke Klees unter einem Dach vereint und sich «als weltweites Kompetenzzentrum für die Erforschung und Vermittlung von Leben und Werk Paul Klees und dessen Wirkungsgeschichte» versteht. Das ganze Jahr über läuft noch eine eindrückliche Ausstellung zu «Klee in Bern».

Das Kunstmuseum Bern beherbergt 3800 Gemälde und Skulpturen mit Werken von Ferdinand Hodler, Pablo Picasso, Meret Oppenheim wie Klee und bezeichnet sich «mit Wurzeln bis 1809 als das älteste Kunstmuseum der Schweiz». Zuletzt stand es durch die Annahme der Schenkung von Cornelius Gurlitt im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Dessen Sammlung umfasst 1500 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken, die von seinem Vater stammten. Dieser hatte als einer der wenigen deutschen Kunsthändler das Recht, während der Nazi-Zeit sogenannte entartete Kunst zu erwerben. Ein Teil der Werke bleibt in Deutschland um abzuklären, ob es sich um Raubkunst handelt.

Mit Familie ins Freilichtmuseum

Da der Museumspass die Mitnahme von bis zu fünf Kindern gestattet, dürfte das neue Mitglied Freilichtmuseum Ballenberg insbesondere für Familien interessant sein. Hier sind mehr als 100 originale, jahrhundertealte Gebäude aus allen Landesteilen der Schweiz zu sehen. Der Eintritt für einen Erwachsenen kostet normalerweise 22 Franken. Ziemlich Geld sparen lässt sich durch den Pass auch im Zentrum Paul Klee, wo der Eintritt 20 Franken beträgt und im Kunstmuseum, wo er zwischen 20 und 24 Franken kostet.

So sieht die Vorderseite des Museumspasses heute aus.

So sieht die Vorderseite des Museumspasses heute aus.

zvg

Unter den weiteren neuen Mitgliedsmuseen finden sich auch das Museum für Kommunikation, das Einsteinhaus, die Kunsthalle, das Bernische Historische Museum, das Einstein Museum, das Psychiatrie-Museum oder das Kunstmuseum Thun, Thun Panorama.

Rückgang beim Verkauf

Während die Zahl der verkauften Pässe 2013 noch einmal um acht Prozent auf 46 900 gestiegen war, wird es für 2014 laut Geschäftsführer Gilles Meyer erstmals seit längerer Zeit einen leichten Rückgang geben. Die genauen Zahlen liegen allerdings erst im April vor. Meyer geht davon aus, dass der Pass in Zukunft wegen der Gurlitt-Sammlung in Bern in Deutschland auf verstärktes Interesse stossen wird.

Derzeit stammen rund 50 Prozent der Passinhaber aus Deutschland, 30 Prozent aus der Schweiz und 20 Prozent aus Frankreich. Die Mitgliedsmuseen reichen bis in den Raum Stuttgart, nach Lothringen und in die Franche-Comté. Mit der Ausweitung nach Bern ist damit zu rechnen, dass auch die Verkäufe in der Schweiz anziehen.

Die Erfahrungen mit dem elektronischen Pass, der mit einem Chip ausgestattet ist, bezeichnet Meyer als sehr positiv. «240 der Museen sind damit ausgerüstet und wir wissen jetzt jeden Tag, was läuft und wie stark die Pässe trinational genutzt werden.»

Die Kurzzeitpässe über 48 Stunden, die 46 Franken oder 28 Euro kosteten, wurden abgeschafft. «Das macht nur Sinn in grossen Zentren wie Basel und dort werden schon Citypässe für die Besucher herausgegeben», erklärt Meyer. In Basel sind dies Angebote wie die Basel Card oder die Basel Art Card.

Ein Problem für das trinationale Projekt sind seit vielen Jahren die Wechselkurse und die unterschiedlichen Passpreise in Euro und Schweizer Franken (siehe Kasten). «Seit zwei, drei Jahren verfolgen wir die Strategie, den Wechselkurs progressiv in Richtung 1.20 Franken anzupassen», erklärt Meyer. Aber von der Entscheidung der Bundesbank, den Frankenkurs nicht mehr stabil zu halten, seien auch sie stark überrascht worden.

Preisentscheid Anfang April

Nun soll der Vorstand Anfang April entscheiden, mit welchen Preisen man ab Anfang Juli weitermachen wolle. «Ich sehe derzeit nur drei Möglichkeiten: erstens die Euro-Preise massiv hochsetzen, zweitens die Preise in Schweizer Franken zu senken – da würden wir uns aber selber schaden. Oder drittens eine gemischte Version, indem wir die Euro-Preise etwas erhöhen und die Schweizer Preise etwas senken», erläutert Meyer. Vielleicht gebe es aber auch noch eine andere Lösung, von der er noch nichts wisse.

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