Schon bald entscheidet das Stimmvolk über eine Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG). Lokalstationen wie Telebasel und Radio Basilisk setzen sich nun für die Annahme des Referendums ein. Noch ist aber nicht gesagt, dass damit mehr Geld aus dem Gebühren-Topf den Privaten zufallen würde – vorderhand steht nur zur Debatte, ob die Billag tiefer, dafür für alle Haushalte obligatorisch wird.

Eine Klausel ermöglicht es aber, dass aus den bislang 54 Millionen dereinst 81 werden könnten, die den Privaten zugesprochen würden, während die SRG weiterhin den Löwenanteil mit über einer Milliarde Schweizer Franken bezöge. «Die Abstimmung ist für uns dennoch sehr wichtig» sagt Roger Thiriet, Verwaltungsratspräsident von Telebasel. «Die bislang unverwendeten überflüssigen Gelder könnten für die Ausbildung der Mitarbeiter von privaten Fernsehstationen verwendet werden.» Zudem würde auch der Erhalt der Konzession erleichtert, sofern kein anderer Konkurrent in der Region besteht. Ein überaus aufwendiges Verfahren, wie Thiriet sagt.

Geschäftsführer Dominik Prétôt sieht noch einen weiteren Vorteil: «Dank dieser Umstrukturierung könnte Telebasel endlich die Untertitelung bestimmter Sendungen für Gehörlose einführen.» Dieses schon lange geplante Vorhaben sei sehr kostspielig, böte aber gemäss Prétôt mehrere Vorteile: «Unter anderem könnten wir so auch Zuschauer erreichen, die Mühe mit dem Verstehen der Mundart haben.» Telebasel erhält bislang jährlich 2,5 Millionen aus dem Gebührentopf.

100'000 Franken einsparen

Anders sieht die Lage für Radio Basilisk aus. Hier werden keine Gebühren ausgeschüttet. Dennoch hätte ein Ja an der Urne auch hier finanzielle Konsequenzen. «Wir werden bislang bei den Zustellungskosten für DAB+ zu 30 Prozent unterstützt. Mit dem neuen Gesetz wären dies neu 80 Prozent», sagt Verwaltungsratspräsident Matthias Hagemann.

Die Zustellung über den digitalen Kanal erledigt die Firma Swiss Media Cast. Die jährlichen Einsparungen dürften sich damit auf rund 100'000 Franken belaufen. Hagemann hält aber zur aktuellen Kampagne des Lokalradios fest: «Es geht dabei nicht um ein Gejammer um mehr Geld, sondern darum, die Konkurrenz für die privaten Stationen durch die SRG zurückzubinden: Regionaler Service public soll unsere Domäne bleiben.» Dazu gehöre auch, dass Sendungen wie das «Regionaljournal» Grenzen bezüglich der Sendungsdauer gesetzt werden.