Auf Ende September hatte der Liegenschaftsbesitzer beim Claraplatz genug von den Unruhen um den Partyklub «Fame». Die Bâloise Versicherung kündete den Mietvertrag. Sprecher Roberto Brunazzi sagt: «Wir prüfen zur Zeit neue Verwendungszwecke für die Immobilie an dieser zentralen Lage in Basel.» Der Club ist bereits jetzt geschlossen – und im Inneren verwüstet.

Hintergrund der Zerstörung ist eine Fehde zwischen zwei türkischstämmigen Clans, die sich die Gesellschafteranteile der Fame Event GmbH teilen. Das bessere Ende hatte zuletzt der Clan um Okan Sakar, der auch den Geschäftsführer stellte. Die andere Hälfte hält Ilhan Eyikat, der jüngere Bruder des Clan-Bosses Garip Eyikat. Eyikat versuchte mehrfach, die Machtverhältnisse zu kippen. Das einzige konkrete Resultat sind hängige Strafanzeigen.

Anfang Oktober schien die Gelegenheit für einen neuen Putsch günstig, da Okan Sakar von der spanischen Polizei verhaftet worden war. Ein von Eyikat unterzeichnetes Protokoll einer Gesellschafterversammlung bescheinigte die Absetzung des alten Geschäftsführers und die Einsetzung von ihm selbst als neuen Geschäftsführer des «Fame». Um die Rechtmässigkeit zu dokumentieren, wurde die Anwesenheit von Sakar bescheinigt, was aus naheliegenden Gründen nicht sein kann.

Ausgestattet mit dieser Vollmacht, verschaffte sich Eyikat zwischen dem 20. und 23. Oktober Zutritt zum «Fame». Eine superprovisorische Verfügung des Zivilgerichts setzte dem Treiben erst ein Ende. Doch als die alte Geschäftsführung wieder Zugang erhielt, war das Lokal geplündert und verwüstet. Nach Tagen des Hinhaltens informierten «Fame»-Anwälte und -Gesandte kampagnenmässig die Medien. Die «Basler Zeitung» berichtete am Mittwoch über den Raubzug.

Die Wege führen zum «Vice»

Wer nach dem Sinn der Zerstörung fragt, findet die Antwort auf Facebook. Dort wird das Partylokal «Vice» bei der Heuwaage als Profiteurin geschildert, wenn das «Fame» geschlossen bleibt. Und in der Geschäftsleitung bei «Vice» finden sich wiederum Eyikats Gefolgsleute. Hätte Eyikat gewartet, wäre das «Fame» mit Ende des Mietvertrags ohnehin verschwunden. Nun hat er, der auf Kontaktaufnahmen nicht reagiert, eine nächste Strafanzeige am Hals.
Dass der Mietvertrag mit dem «Vice» aufgelöst wird, ist wenig wahrscheinlich. Die Basler Besitzer haben den Komplex an Investoren in Schwyz verkauft. Diesen kann der schlechte Ruf ihrer Basler Liegenschaft egal sein.