Erst einen Monat ist es alt, das neue Jahr, und dennoch: Schon das zweite historische Altstadtgebäude in der Basler Innenstadt wechselt nach mehreren Jahrzehnten erstmals seinen Besitzer. Nach dem Handwechsel am Spalenberg 22 wurde nun auch die Liegenschaft «zum Rosenfeld» am Rümelinsplatz 7 verkauft. Bislang befand sich das Haus im Besitz der Familie Wetzel. Beim Neueigentümer handelt es sich um Roche-Finanzchef Alan Hippe. Der Verkaufspreis ist nicht bekannt.

Das «Rosenfeld» hat in der Vergangenheit schon manchen Besitzerwechsel erlebt. 1402 wird das Gebäude erstmals urkundlich erwähnt, als es in den Besitz des Küfers Konrad von Ravensburg gelangt. Nachdem es 1451 dann zur Pfründe des Marienaltars in der Martinskirche gehört hatte, veräusserte man es 1482 wieder in private Hand.

Rund 100 Jahre später wurde es vorübergehend mit dem Nachbarhaus Nr. 9 vereinigt und gehörte zunächst Ludwig Egs, dem damaligen österreichischen Stadthalter zu Rheinfelden. Er oder sein Nachfolger, Schuhmachersohn Diebold Pfannenschmied, hatte wohl auch die historische Wandmalerei in Auftrag gegeben, die in den 1980er-Jahren im Hausinnern entdeckt wurde. Diese Wandbemalung ist der bislang einzige bekannte alttestamentarische Bilderzyklus in Basler Bürgerhäusern.

Leider wurden die Wandbilder, vermutlich im Zuge früherer Umbauarbeiten, stark beschädigt. Erkennen kann man die mehrfigurigen Szenen aber trotzdem: Zwei der fünf Bilder sind Darstellungen aus der Geschichte Josephs und stammen vermutlich aus dem späten 16. Jahrhundert.

Das Haus muss saniert werden

Noch nicht ganz so lange ist es her, dass ein Erdgeschossteil des «zum Rosenfeld» zur Ladenfläche umfunktioniert wurde. Dort war früher das stadtbekannte Comestiblegeschäft Renaud ansässig. Seit über 40 Jahren präsentiert auch der «Spielegge» seine Waren im Parterre des Rümelinsplatz 7.

Als der Spielzeugladen sich dort einmietete, teilten sich die beiden Geschäfte die Verkaufsfläche sogar eine Zeit lang. Zur Strasse hin wurden Spielwaren, im Kühlraum dahinter Fisch verkauft. Neben dem «Spielegge» betrifft der Handwechsel auch das Geschäft der Modemarke «Bree», das Atelier «Mehrblick» und die Bewohner der Einzimmerwohnungen im oberen Teil des Hauses, die aktuell in der Liegenschaft eingemietet sind.

Was in Zukunft am Rümelinsplatz 7 passiert, ist noch unklar. «Wir haben vereinbart, unsere Vorgehensweise im ersten Jahresquartal zu diskutieren», sagt Adrian Müller von der neuen Liegenschaftsverwaltung. Sanierungsbedürftig sei das Haus jedoch in jedem Fall, vor allem im Bereich der Heizungen und uralten Versorgungsleitungen müsse viel gemacht werden. «Der Eigentümer ist dabei aber auf eine möglichst nachhaltige und gebäudewürdige Sanierung bedacht», so Müller.

Je nach Umfang der Sanierung müsse den Mietern jedoch im schlimmsten Fall gekündigt werden. «In naher Zukunft darf der ‹Spielegge› am Rümelinsplatz bleiben», sagt Mitarbeiter Iwan Paulin. Auch die Mieter der Einzimmerwohnungen haben noch keine Kündigung erhalten.