Bankpräsident Ilan Hayim, der sich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu dem Streit geäussert hatte, ist derzeit an keinem Vergleich mit AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und weiteren mutmasslich Geprellten interessiert.

«Länder wie Deutschland und die Schweiz verfügen über zuverlässig funktionierende Justizsysteme», sagte Hayim der «NZZ am Sonntag». «Wer Schadensersatz verlangt, kann vor Gericht ziehen. Er muss keine Medien einspannen, um seinen Standpunkt zu verbessern.»

Maschmeyer hatte in einen Fonds investiert, den die Bank Sarasin vor ihrer Übernahme durch Safra vertrieben hatte und der einen Systemfehler im deutschen Steuerrecht nutzte.

Eine Zeitlang war es in Deutschland möglich, sich durch Transaktionen mit geliehenen Aktien rund um den Dividenden-Stichtag einmal gezahlte Steuern mehrfach erstatten zu lassen. Nach einer Gesetzesänderung blieben die erhofften Gewinne aus. Maschmeyer verlangt nun Schadensersatz. Hayim gibt sich überzeugt, den Konflikt unbeschadet aussitzen zu können.