Auf Höhe der Marina Bar steht es, das Schild, das alle ermahnt: Zubringerdienst gestattet, Fahrverbot für Personenwagen und Motorräder. Beachtet wird dieses Schild kaum bis gar nicht: Mit der steigenden Beliebtheit der Uferstrasse als Ausgangsmeile und neuem Stadtgebiet hat das Aufkommen des motorisierten Verkehrs auf der rund ein Kilometer langen Strasse deutlich zugenommen – nicht nur in der Nacht, sondern auch tagsüber.

Die Betreiber stören sich seit geraumer Zeit an den Motoren, etwa Katja Reichenstein von Shift Mode: «Es ist eine Katastrophe. Die Autos versperren den Platz, die Fahrer hinterlassen viel Müll und drehen ihre Musik auf, so laut, dass die Beschallung der Bars gestört wird. Wir wollen diese Autofahrer nicht, aber es kommen immer mehr.» Gewisse Lenker würden durch eine sehr rücksichtslose Fahrweise auffallen: «Die hupen sich durch die Menge, es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Auto- und Velofahrern sowie Fussgängern», sagt Reichenstein, und berichtet darüber, dass das schon in Raufereien geendet habe.

Kanton ist informiert

Reichenstein sagt, das Team von Shift Mode würde seit zwei Jahren und immer wieder bei ihren Ansprechpersonen im Präsidialdepartement Basel-Stadt mit dem Anliegen vorstellig werden, ja dafür kämpfen, dass die Autofahrer konsequent gebüsst werden und diese damit die Uferstrasse in Zukunft meiden.

«Es hat höchste Priorität für uns. Das Fahr- und Parkverbot wird jeden Tag missachtet, gebüsst wird das höchst selten», sagt Reichenstein. Nur zirka ein Mal im Monat beobachte sie, wie eine Equipe der Polizei Bussen verteile; ansonsten werde lediglich patrouilliert.

Erweiterte Kontrollen

Nun scheint aber Bewegung in die Motorsache zu kommen. Seit wenigen Wochen verteilt die Polizei deutlich mehr Bussen an die Falschparker an der Uferstrasse. Dies zumindest berichten verschiedene Besucher.

So geschehen vergangenen Samstag, als rund zwei Dutzend Autofahrer nach dem Feiern einen Einzahlungsschein an der Windschutzscheibe entdecken mussten.

Auslöser für diese abnehmende Kulanz der Polizei soll eine Begehung und anschliessende Einschätzung der Situation durch Vertreter des Präsidial- und Justizdepartements vor rund einem Monat sein. So geht ein Gerücht unter den Betreibern an der Uferstrasse: Es sei darüber diskutiert worden, die Kontrolltätigkeit der Polizei vor Ort auszuweiten. Barbara Alder von der Kantons- und Stadtentwicklung will dies nicht bestätigen: «Das Präsidialdepartement war bei einer solchen Begehung nicht dabei.»

Auch von der Polizei gibt es nur schwammige Antworten auf die Frage, ob die Patrouillentätigkeit an der Uferstrasse intensiviert worden sei. Sprecher Toprak Yerguz sagt ausweichend: «Die Kantonspolizei Basel-Stadt kontrolliert im Hafengebiet im Rahmen des normalen Patrouillendienstes.»

Reichenstein bleibt trotzdem zuversichtlich. Sie wisse, dass die Verwaltung ihr Anliegen aufgenommen habe und daran arbeite, eine Lösung zu finden: «Das kann halt einige Zeit in Anspruch nehmen, da verschiedene Stellen involviert sind.»