Die Kandidaten von Mitte bis rechts demonstrieren Einheit. Nicht nur bildlich, wie sie dicht gedrängt zueinander vor die Medien traten. Die vier Auserwählten hielten auch gleich die Laudatio für einander. Reihum hoben Conradin Cramer (LDP), Baschi Dürr (FDP), Lukas Engelberger (CVP) und Lorenz Nägelin die Stärken ihrer Mitkandidaten aus den anderen Parteien hervor. Am meisten Aufmerksamkeit durfte dabei wohl Cramer verbuchen, denn er bestätigte das bereits seit einiger Zeit kursierende Gerücht: Baschi Dürr kandidiert wie schon 2012 für das Regierungspräsidium. Damit strebt er die Nachfolge des abtretenden Guy Morin (Grüne) an.

Die Entscheidung fiel ihm offenbar nicht ganz leicht: «Ich fühle mich im Sicherheitsdepartement aktuell sehr wohl, weshalb ich erst auch zögerte», sagte Dürr. Ein anderes Fachdepartement käme für ihn auch nicht infrage, stellte er klar, «da müsste mich die neue Regierung zwingen». Der Grund, weshalb er sich für das Amt als oberster Repräsentant der Stadt bewirbt, ist strategischer Natur: «Wenn wir eine bürgerliche Mehrheit in der Regierung anstreben, dann gehört auch das Präsidium in unsere Hände.»

Die SVP im Sicherheitsdepartement?

Dass Dürr für die Bürgerlichen die präsidialen Kohlen aus dem Feuer holen soll, entspringt der Logik der Amtserfahrung. Dürr ist der einzige der vier Kandidaten, der im Herbst bereits eine ganze Amtsperiode absolviert haben wird. Engelberger ist erst seit zwei Jahren Regierungsrat, die beiden anderen wären neu.

Überhaupt machte Engelberger den Eindruck, als würde ihm das etwas abseits der breiten Öffentlichkeit stattfindende Gesundheitsdepartement sehr gut gefallen. Dies wiederum legt den Schluss nahe, dass Nägelin mit dem Sicherheitsdepartement liebäugelt – jenem Departement also, in dem er jetzt als Teamchef der Sanität angestellt ist. Da nicht davon auszugehen ist, dass die bisherigen SP-Regierungsräte Hans-Peter Wessels, Christoph Brutschin und Eva Herzog ihre Arbeitsbereiche abgeben wollen, würde Cramer bei einer allfälligen Wahl das Erziehungsdepartement von Parteikollege Christoph Eymann erben.

Die Kandidaten selbst wollten zu derlei Spekulationen keine Stellung nehmen. Cramer und Nägelin erklärten sich unisono bereit für alle Ämter. Zu den Schwerpunkten der Kandidaten im Wahlkampf äusserten sich derweil die Präsidenten und Präsidentinnen der Parteien. Finanzpolitik und Verkehr gehörten dabei zu den meistgenannten Themen. So erklärte Sebastian Frehner (SVP) zum Ziel, dass Basel per 2025 den Triple-A-Status erhalte. Aktuell bewerten Ratingfirmen den Kanton mit der zweithöchsten Auszeichnung AA+.

Die GLP vor dem Einzelgang

Mit der Pressekonferenz auf dem falschen Fuss erwischt wurden die Grünliberalen. Sie wollten ursprünglich die anderen Parteien zu einer Fünferkandidatur bewegen und einen eigenen Namen auf die Liste setzen. Dieser hätte die GLP am Montagabend an der Parteiversammlung erkoren. LDP-Präsidentin Patrizia von Falkenstein erteilte dem Vorhaben aber am Morgen eine klare Absage: «Das würde unsere Ansprüche übersteigen.» Die Grünliberalen müssen deshalb grundsätzlich über die Strategie für die Regierungswahlen beraten. Parteipräsident David Wüest-Rudin gab sich gegenüber der bz aber optimistisch, dass die GLP einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken wird.