Die regionale Standortförderung für die Wirtschaft, Basel Area, hat ein besonderes Jahr hinter sich, ein arbeitsreiches und ein erfolgreiches. Die Organisation wurde mit der Innovationsförderung i-net Innovation Networks Switzerland sowie der China Business Plattform fusioniert und ist an den gemeinsamen Standort an der Dufourstrasse umgezogen. Der Vorstand wurde inklusive Präsident Domenico Scala von i-net übernommen und auf insgesamt sieben Vertreter aus der Wirtschaft erweitert. «Dies brachte unternehmerischen Schwung in die Organisation», sagt Managing Director Christof Klöpper im Gespräch mit der bz.

Neue Zeiten brechen an

Diesen Schwung wird sie nötig haben, es brechen neue Zeiten an. Gleichzeitig wird der Standortwettbewerb, in welchem die Region im Bereich Life Science weltweit an vorderster Front mitmischt, immer härter. «Baselarea.swiss fokussiert sich auf Innovationsbranchen. Festzustellen ist, dass in vielen Bereichen die Digitalisierung immer wichtiger wird, das ist eines der Kernthemen.

Auch die Produktionstechnologien entwickeln sich sprunghaft, Stichworte sind etwa 3-D-Druck, Industry 4.0 oder Electronic Printing.» Digitalisierung gewinne an Gewicht, ebenso die «Precision Medicine», das Verbinden der Life Sciences mit Big Data, neuartigen Sensoren und weiteren digitalen Technologien. Es geht beispielsweise darum, dass Daten über den Gesundheitszustand des Patienten mehr oder weniger in Echtzeit gemessen werden können. Damit kann eine Therapie viel exakter gesteuert werden. «Da kommt sicherlich einiges auf uns zu», prognostiziert Klöpper. «Diese Entwicklung darf die Region auf keinen Fall verpassen. Deshalb werden wir hier verstärkt aktiv.»

Alle Bereiche betroffen

Heute sind praktisch alle Bereiche in der Gesundheitsbranche von der Digitalisierung betroffen, auch die Forschung. Um die neuen Möglichkeiten, die sich hier eröffnen, auszuloten, hat Baselarea.swiss eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zu «Precision Medicine» aufgebaut, in welcher Spezialisten von Actelion, Novartis und Roche sowie der Universität und Fachhochschule Nordwestschweiz mitwirken. Die Produktionstechnologie wiederum ist eher ein Schwerpunkt in den Kantonen Baselland und Jura.

Nicht zu vergessen ist der mit grossem Anfangserfolg gestartete Innovationspark in Allschwil. Auch hier sind die Verantwortlichen dabei, eine stringente Innovationsstrategie weiter zu entwickeln.

Erfolg mit weiteren Ansiedlungen

«Neben den organisatorischen Umstellungen durch die Fusion durfte das operative Geschäft nicht leiden», sagt Klöpper weiter. So lief der Bereich Ansiedlung, gemäss Klöpper, in diesem Jahr sehr gut. Unter anderen sind aus dem Life-Sciences-Bereich Ultragenics und Roivant/Axovant nach Basel gekommen, aus dem Chemiebereich das Lackgeschäft von Dupont, Axalta sowie die US-Diagnostikfirma Singulex, die in Basel ihren ersten Sitz ausserhalb der USA gründete.

Start-ups: Nachholbedarf

Baselarea.swiss ist zudem auch in der Start-up-Förderung tätig. «Da haben wir auch einiges bewegen können. Basel ist freilich noch nicht zum Start-up-Hub der Schweiz geworden», räumt Klöpper ein und fügt bei: «Hier haben wir noch Entwicklungspotenzial.» Allerdings gebe es auch Highlights, etwa die Firma T 3 Pharma, ein Spin-off der Uni Basel, das seinerzeit noch von i-net betreut wurde und in diesem Jahr den Venture-Preis von McKinsey und ETH Zürich gewonnen. Auf die Frage der schieren Unübersichtlichkeit an Angeboten im Bereich Start-up, Wirtschaftsförderung, Technologie- und Innovationspark angesprochen, sagt Christof Klöpper, dass es tatsächlich eine gewisse Angebotsvielfalt auch von privater Seite her gebe.

«Und das ist auch gut so. Dies zeigt, dass es eine Nachfrage gibt. Jedes Ökosystem braucht eine gewisse Vielfalt. Und wo es Vielfalt gibt, erscheint vieles Aussenstehenden als unübersichtlich. In Zukunft können wir aber sicher in unserer Kommunikation vermehrt dazu beitragen, dass diese Vielfalt weniger unübersichtlich wahrgenommen wird.» Sie sähen eine ihrer Kernfunktionen denn auch darin, eine gewisse Lotsenfunktion wahrzunehmen und die Projekte mit den richtigen Experten aus ihrem Netzwerk zusammen zu bringen, sagt Klöpper.