Kommentar

Basel: Ein Luxus im Korsett

Die Staehelin-Villa ist ein Parade-Beispiel dafür, in welch enges Korsett sich Basel zwängen lässt.

Die Staehelin-Villa ist ein Parade-Beispiel dafür, in welch enges Korsett sich Basel zwängen lässt.

Basel-Stadt verfügt über eine bewundernswerte historische Bausubstanz. Zahlreiche Bauten der Innenstadt befinden sich in Staatsbesitz, wurden in der Vergangenheit häufig von der Verwaltung genutzt. Doch dafür sind sie wenig geeignet, sie werden feil. So geschehen zuletzt im St. Alban-Quartier mit dem Sitz des Gesundheitsdepartements, das in der Staehelin-Villa residierte. Was tun?

Als das Erziehungsdepartement vor zwanzig Jahren vom Münsterplatz wegzog, wurde der Prunkbau an Private verkauft. Für die Linke ein Unding mit Nachhall. Nicht zuletzt deshalb kann heute die Stadt ihre Liegenschaften nur noch im Baurecht abgeben. Was ist damit gewonnen?

Das Beispiel der zähen Verwertung der Staehelin-Villa zeigt, in welch enges Korsett sich Basel-Stadt hat zwängen lassen. Einerseits drängt der Denkmalschutz auf kostspielige Investitionen, um die historische Substanz zu bewahren oder wieder herzustellen. Andererseits schränkt der Baurechtszwang den Kreis der Interessenten massgeblich ein, ohne dass das Objekt dadurch günstiger würde. Müsste das Ziel nicht einzig darin liegen, dass die bewundernswerte Bausubstanz erhalten bleibt?

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Autor

Christian Mensch

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