Im Frühling 2019 hofft das Tiefbauamt mit den Bauarbeiten am Rheinufer fertig zu sein. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen können die Rheinschwimmer dann den neuen Stadtstrand begutachten. Was sie zwischen der Wettsteinbrücke und der Schwarzwaldbrücke finden werden, ist ein Paradies für die einheimischen Fische und zwei Meter mehr Kiesstrand für die Menschen. «Infrastruktur oder Begrünungen werden wir beim neuen Strand nicht anbringen. Bei den Massnahmen handelt es sich in erster Linie um ökologische Aufwertungen im Flachwasserbereich», sagt René Gärtner, Projektleiterbeim Tiefbauamt.

Das Tiefbauamt gibt an, mit der Verbreiterung der bestehenden Kiesfläche hauptsächlich einheimische Fische und weniger feierfreudige Partygäste anlocken zu wollen. «Der Fischbestand im Rhein ist seit einigen Jahren rückläufig. Grund dafür sind die Feinanteile wie Schlamm und kleine Steinchen. Diese verstopfen den Kies und nehmen den Fischen die Möglichkeit, im flachen Wasser zu laichen.

Kurze Transportwege

Dies soll nun geändert werden. Ab heute, Mittwoch werden daher täglich zwei grosse Schubschiffe mit jeweils 100 Tonnen Blocksteinen aus Schwarzwaldgranit vom Klybeckquai zur Wettsteinbrücke geschifft. Diese Steine verbauen die Bauarbeiter zu Hügeln, auf welche gegen Ende Oktober der Kies geschüttet wird. Die Kiessteine werden dadurch vom Rheinwasser gut durchgespült, bleibt aber an Ort und Stelle. Das Material, das dafür verwendet wird, muss nicht von weit her angeliefert werden, sondern stammt von der Korrektur an der Schifffahrtsrinne. Diese Arbeiten werden zurzeit von den Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) durchgeführt. Der Kies, den die SRH mit den Kranschiffen aus dem Rhein holt, wird dann an das Ufer transportiert und dort für den Strand genutzt.

«Als bekannt wurde, dass die Korrekturen der Schifffahrtsrinne anstehen, hat sich das Tiefbauamt entschieden den überflüssigen Kies für die ökologische Aufwertung zu nutzen, anstatt ihn einfach unterhalb der Dreirosenbrücke im Rhein abzuladen», sagt Gärtner. Den Transportweg, der dadurch eingespart werden kann, veranschaulicht Gärtner mit einem Vergleich: «Die 25 000 Kubikmeter Kies, die die Schweizerischen Rheinhäfen hier aus dem Rhein holen und wir ein paar Meter weiter für den Strand verwenden entsprechen rund 2500 Lastwagenladungen.»

Ob die Fische die Einladung des Tiefbauamtes annehmen werden oder der neue Stadtstrand hauptsächlich zum sonnen und baden genutzt wird, wird der nächste Frühling zeigen.