Coronavirus

Basel erlebt Blutspende-Boom – doch ausgerechnet jetzt brauchen die Spitäler weniger Blut

Andreas Buser, Geschäftsführer Blutspende SRK beider Basel: «Wir mussten rund 15 Leute  wegschicken.» (Symbolbild)

Andreas Buser, Geschäftsführer Blutspende SRK beider Basel: «Wir mussten rund 15 Leute wegschicken.» (Symbolbild)

Vielerorts wird aufgrund der Coronasituation weniger gespendet – nicht in Basel. Die Basler und Baslerinnen spenden weiterhin fleissig Blut.

Wegen der Coronakrise spenden die Schweizer weniger Blut. Vergangene Woche verzeichnete das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Schweiz 30 Prozent weniger Spender. Doch in der Region Basel herrscht der umgekehrte Trend: Wie die «Basler Zeitung» berichtet, wird hier zurzeit mehr Blut gespendet als sonst. «Ich habe von keinem anderen Blutspende-Zentrum gehört, dass so viele Menschen spenden kommen», bestätigt Andreas Buser, Geschäftsführer Blutspende SRK beider Basel.

Es kämen zurzeit viele neue Erstspender. Auch an der Blutspende-Aktion in Sissach vom Montag sei dies so gewesen. 144 Personen waren dort – an der letzten Sissacher Aktion vom November 2019 waren es 30 weniger. Erklären könne er sich das nur durch die Solidarität der Leute in der aussergewöhnlichen Situation, sagt Buser. «Ich lebe nun seit 28 hinter dem Jura und habe mittlerweile gemerkt: Die Basler sind einfach anders», sagt Buser lachend.

Doch die zunehmenden Spenden bringen auch ihre Komplikationen mit sich. Weil zurzeit alle planbaren Eingriffe gestrichen werden, wird weniger Blut verbraucht. Die Vorräte sind deshalb aktuell gut gefüllt. Doch: Das Blut ist nicht lange haltbar. Je nach Bestandteil sind es zwischen sieben Tagen und sechs Wochen. «Wir müssen deshalb die Situation jeweils gut analysieren und flexibel planen», erklärt Buser. Es soll nur so viel Blut gespendet werden, wie tatsächlich gebraucht wird. Das bedeutet beispielsweise, dass das Blutspendezentrum auch mal früher geschlossen wird als üblich, oder, wie am Montag in Sissach, nicht alle spenden dürfen, die gerne würden. «Wir mussten rund 15 Leute wegschicken», sagt Buser.

Es könne jedoch sein, dass die Situation bereits in einer Woche wieder anders aussehe und man zum Spenden aufrufen müsse. Man sei daher froh, wenn Spender online einen Termin vereinbaren, damit die Planung besser funktioniert.

Keine Angst vor Übertragung via Spende

Aktionen wie diejenige in Sissach seien auch während der Coronakrise unbedenklich. Der Abstand werde eingehalten, für das Personal herrsche Maskenpflicht und Spender müssen sich die Hände desinfizieren. Angst vor einer Coronaübertragung muss man auch keine haben, wie Buser erklärt: «Coronaviren werden typischerweise über Tröpfchen übertragen. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass die Viren über Blutspenden weitergegeben werden könnten.»

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