Basler Fasnacht 2019

Basel feiert am dritten Fasnachtstag «bis zletscht»

Mit dem Cortège vom Mittwoch hat die Basler Fasnacht 2019 ihren dritten und letzten Tag gefeiert. Beim Fasnachts-Comité fiel eine erste Bilanz positiv aus.

«Bis zletscht» hiess das Motto der Basler Fasnacht – eine Anspielung auf die Frühjahrsmesse Muba, die nach 103 Jahren vor kurzem ihr Ende gefunden hatte. «Bis zletscht» spielten am Mittwoch auch Cliquen, Gruppen, Guggen, Wagen und Chaisen am Cortège ihre Sujets aus. Und der Publikumsaufmarsch war trotz wechselhaften Wetters gross.

Comité zieht positive Bilanz

Als «sehr gut, abwechslungsreich und phantasievoll» bezeichnete Pia Inderbitzin, Obfrau des Basler Fasnachts-Comités, während des Cortèges den Fasnachtsjahrgang 2019. Die Cliquen seien «mit der Narrenfreiheit kreativ umgegangen» – wie sie es erwartet habe. Die Narrenfreiheit war ein Fasnachtssujet in diesem Jahr.

Auslöser war eine Debatte um Rassismus wegen der Jahrzehnte alten Namen oder Logos der Guggenmusiken Negro Rhygass und Mohrekopf im Sommer 2018. Narrenfreiheit sei «das höchste Gut der Fasnacht», sagte dazu Inderbitzin: «Man darf alles sagen, was einen unter den Nägeln brennt; der Ton mache es aus. Und natürlich gälten die Gesetze.»

Eine der häufigsten Sujets an der Fasnacht war derweil das Sterben der Muba. Hinzu kamen Umwelt, Klimawandel, Digitalisierung, Sexismus und Korrektheit, aber auch die Basler Polizei-Tesla oder die Grossrätin, die ihr Buschi in den Rat mitgenommen hatte. Die Vielfalt war gross, das Politische sehr präsent.

Pferde und Aprilwetter

An der Fasnacht zu reden gaben zudem erneut die Pferde, die beim Cortège mit dabei sind. Am Montag und am Mittwoch waren Pferde, die Chaisen zogen, auf Stahlplatten ausgerutscht und gestürzt. Die Platten hatten als Bodenabdeckung bei einer Baustelle gedient.

Laut Pia Inderbitzin hatte das Comité nach dem Zwischenfall vom Montag alles unternommen, um das Problem zu beheben. Die betreffende Platte sei kurzfristig trittsicher beschichtet worden. Der zweite Fall habe sich dann etwas unterhalb ereignet. Das Comité bedaure die Zwischenfälle. Die Routensicherung sei indes Sache des Kantons.

Ein Fasnachtsthema war im übrigen wie stets das Wetter. Das ist verständlich: Man bereitet sich über viele Monate einzig auf diese drei Tage vor, hirnt, werkelt, streitet über Larven, Kostüme, Verse, bis der Cliquenzug steht, und will ihn dann stolz präsentieren – und dann regnet es und man muss alles unter Plastik verstecken.

An dieser Basler Fasnacht war auch beim Wetter Vielfalt das Motto: Windböen vor dem Morgenstreich, doch um vier Uhr früh die Ruhe nach dem Sturm, schön und mild der Dienstag, Aprilwetter mit Sonne und Regen dagegen an den Cortègenachmittagen.

Ändstraich um vier Uhr

Am Mittwochabend gehörten die Strassen nochmals den Cliquen und Guggen, die Beizen den Schnitzelbänklern – bis zum Ändstraich am Donnerstagmorgen um vier Uhr. Dann schlägt jeweils die Stunde der Stadtreinigung. Allein bis Mittwoch gab es schon über 160 Tonnen Fasnachtsabfälle, und das war noch nicht das Ende.

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