Bahn-Kongress

Basel finanziert das Herzstück der trinationalen S-Bahn

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels ist überzeugt, dass die Chancen für den Herzstück-Bau beim Bund steigen.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels ist überzeugt, dass die Chancen für den Herzstück-Bau beim Bund steigen.

Die Basler Regierung engagiert sich mit Nachdruck für das Herzstück Regio-S-Bahn. «Wir wollen das Projekt mit einem dreistelligen Millionenbetrag vorfinanzieren», verkündete Regierungsrat Hans-Peter Wessels im Rahmen des 2. Trinationalen Bahn-Kongresses «bk 16», der am Dienstag im Congress Center Basel begann und am Mittwoch dort endet.

Derzeit wird die Entwicklung einer trinationalen S-Bahn entscheidend dadurch behindert, dass die Züge in den Sackbahnhöfen SBB und Badischer Bahnhof wenden müssen und viel Zeit verlieren. Das Herzstück verbindet durch zwei Tunnel den Basler Bahnhof SBB mit dem Bahnhof St. Johann und dem Badischen Bahnhof.

Tiefbahnhof beim SBB

Projektleiter Götz Schackenberg von der Agglo Basel, der für das Vorhaben und das derzeit laufende Vorprojekt verantwortlich zeichnet, skizzierte mehrere Optimierungen, die das Herzstück gegenüber den bisherigen Plänen verbessern soll. So ist beim Bahnhof SBB ein Tiefbahnhof geplant, der schräg zu den bestehenden Gleisen zu liegen kommt. Dies ermöglicht eine bessere Anbindung des Bahnhofs St. Johann und damit auch des Euro-Airports (EAP).

«Theoretisch können alle Zuggattungen durch den neuen Tunnel fahren», betonte Schackenberg. Gedacht wird dabei an TGV, Schnellzüge wie aus Schaffhausen und die elsässischen Regionalzüge TER 200 und natürlich die S-Bahnen. Das würde auch die derzeit stark befahrene Elsässerbahn und die dortigen Anwohner entlasten, wie Wessels im Pressegespräch sagte.

«Wir könnten auf den komplizierten Tunnel zum Bahnhof St. Johann verzichten», sagte Schackenberg in Hinblick darauf, dass der ursprüngliche geplante Radius aufgegeben wird und die Verbindung jetzt sehr viel direkter ist. Eine Tunnelmaschine mit einem Durchmesser von zwölf Metern könnte erst den Tunnel zur Haltestelle St. Johann bohren und dann zurückkehren, um in Richtung Badischer Bahnhof fortzufahren, erklärte er weiter.

«Geändert hat sich auch die Lage der Haltestellen. Die erste wäre bei der Universität und dem Unispital. Die zweite bei der Messe, Roche und dem Badischen Bahnhof. «Da sie 30 Meter unter der Erde liegt, könnten die unterschiedlichen Ausgänge mit Rolltreppen erreicht werden», erklärte Schackenberg. Er verwies ausserdem darauf, dass das Projekt durch die neue Streckenführung ein Viertel kürzer wäre und es deshalb zu Einsparungen kommen könnte.

Der Ausgang beim Badischen Bahnhof könnte sich in der Nähe von McDonald’s oder bei der Schalterhalle befinden. Schackenburg räumte ein, dass dies aus der Grafik nicht deutlich hervorgegangen sei. «Die Haltestellen befinden sich genau dort, wo auch die Arbeitsplätze sind», kommentierte der Baselbieter Ständerat Claude Janiak (SP), der die Optimierungen als signifikante Verbesserungen betrachtete.

Das Herzstück der trinationalen S-Bahn soll ein Tunnel vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof mit mehreren Haltestellen in der Stadt bilden.

Das Herzstück der trinationalen S-Bahn soll ein Tunnel vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof mit mehreren Haltestellen in der Stadt bilden.

Janiak ist derzeit Vizepräsident der eidgenössischen Verkehrskommission im Ständerat. «Ich werde mich in meinen letzten beiden Jahren im Ständerat als Präsident der Verkehrskommission für das Herzstück einsetzen und es auch dort vorstellen», kündigte er an.

Stabile Voraussetzungen

Als nächster Schritt wird der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt mit dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und dem Bundesamt für Verkehr (BAV) Verhandlungen über die Vorfinanzierung des Herzstücks aufnehmen. «Damit werden stabile Voraussetzungen geschaffen, damit das Bauprojekt unmittelbar nach Abschluss des Vorprojekts in Angriff genommen und die Infrastruktur für die trinationale S-Bahn bis 2030 gebaut werden kann», heisst es in der Medienmitteilung des Bau- und Verkehrsdepartements. Die Finanzierung des Herzstücks, das voraussichtlich zwischen 1,5 und 2 Milliarden Franken kosten wird, soll über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes (BIF) erfolgen.

«Die Vorfinanzierung des Kantons ist ein Darlehen. Wir bekommen das Geld also zurück», sagte Wessels. Er gab sich überzeugt, dass die Chancen des Projekts in Bern durch die Optimierungen deutlich erhöht werden. «Vom SBB zum Bahnhof St. Johann können neu verschiedenen Zugarten fahren und der Zugang zum Badischen Bahnhof wird deutlich vereinfacht», argumentierte er. «In der bisherigen Planung wurde das Herzstück bei der Einfahrt zum Badischen Bahnhof von der Rheintalbahn und der Autobahn in die Zange genommen», präzisierte Schackenberg.

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