Albert Schweitzer

Basel gedenkt im Münster des berühmten Urwald-Arztes Albert Schweitzer

Albert Schweitzer half in seinem Spital in Lambarene Tausenden von Einheimischen.

Albert Schweitzer half in seinem Spital in Lambarene Tausenden von Einheimischen.

Vor 100 Jahren eröffnete der Elsässer Mediziner und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer in Afrika ein Krankenhaus. Im Basler Münster wird am Sonntag feierlich an das Jubiläum erinnert. Mit dabei ist auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.

Lambarene. Wer diesen Namen hört, denkt sofort an Albert Schweitzer. Der Elsässer hat sein Leben in den Dienst der Armen gestellt. Uneigennützig setzte sich der Arzt für Menschen in Not ein, half, wo er konnte, hörte ihnen zu, suchte Lösungen. Und das nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Französisch-Äquatorialafrika – heute Gabun in Zentralafrika. Vor 100 Jahren eröffnete Schweitzer, der 1875 bei Colmar auf die Welt gekommen ist, in Lambarene ein Krankenhaus. Das wohl älteste von Europäern aufgebaute Entwicklungshilfeprojekt in Afrika, das noch in Betrieb ist, ist Fritz von Gunten, Projektkoordinator der Jubiläumsveranstaltungen «100 Jahre Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene», überzeugt. Der «Schweizer Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital» (SHV) organisiert im 2013 mehrere Festanlässe.

Albert Schweitzer und seine Frau Helene begaben sich am 21. März 1913 auf die Reise nach Zentralafrika. Der Theologe wollte Missionarsarzt werden. Doch ein Jahr später, als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurden er und seine Frau als Deutsche von der französischen Armee festgenommen. 1917 wurde das Ehepaar von Afrika nach Frankreich überführt und in Bordeaux bis Juli 1918 interniert.

Rückkehr finanziert mit Orgelspiel

Als seine elsässische Heimat im selben Jahr als Folge des Krieges wieder dem französischen Staatsgebiet zugeordnet wurde, erhielt der damals 44-Jährige die französische Staatsangehörigkeit. Er trat eine Stelle als Assistenzarzt in einem Strassburger Spital an. Doch er wollte immer zurück in sein Urwaldhospital, um dieses ausbauen. Um seine Rückkehr zu finanzieren, spielte er überall in der Schweiz Orgelkonzerte.

Albert Schweitzer war aber auch Philosoph und widmete sich der Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben. Er appellierte an die Menschheit mit dem Satz: «Mach, was du kannst, mit dem, was du hast und dort, wo du bist», zitiert von Gunten frei. In der Schweiz sei immer ein grosses Helferteam für das Projekt in Lambarene engagiert gewesen. «Den Schweizern ging es nach den Weltkriegen auch nicht gut. Aber viele Schweizer haben trotzdem gespendet.» Der Arzt habe grossen Wert auf Dankbarkeit gelegt, erzählt von Gunten. «Er hat in der Schweiz an 87 Orten Konzerte gespielt, hat sich bei den Spendern persönlich bedankt und besuchte sogar einmal eine Bäuerin, die ihm für jedes Ei ihrer Hühner einen Rappen spendete», weiss er.

Nächstes Projekt: Geburtenhaus

Heute würde Albert Schweitzer als «Mega-Promi» gesehen werden. «Damals war er neben Mutter Teresa und Mahatma Gandhi die drittbekannteste Person. Wir wollen aber nicht, dass er als Heiliger dargestellt wird. Das hätte er nie gewollt.»

Der «Schweizer Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene» hat noch einiges vor in Gabun. «Wir wollen unser Wissen den Einwohnern weitergeben.» Zudem sei geplant, ein Geburtenhaus zu bauen, um unter anderem die hohe Sterblichkeitsrate der Mütter und deren Neugeborenen zu senken. Pro Jahr kommen im Krankenhaus rund 1500 Neugeborene zur Welt.

1965 starb Schweitzer in Lambarene. Mit der Veranstaltungsreihe möchte der SHV an den mutigen Mediziner, der im Jahr 1953 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, an Schweitzers Werk in Zentralafrika erinnern. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wird am kommenden Sonntag an der offiziellen Eröffnungsfeier «100 Jahre Lambarene» die Festansprache halten.

Eröffnung 24. März, 10 Uhr, Münster. www.albert-schweitzer.ch

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