Fussball
Basel gelangt im Schongang in den Cup-Halbfinal

Der FC Basel besiegt vor mageren 8028 Zuschauern Lausanne-Sport mit 5:2. Auf den ersten Blick sieht das finale Skore nach einem rassigen Cup-Fight mit grossen Emotionen und einer spannenden Torfolge aus. Doch der Schein trügt.

Georges Küng
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Cup-Abend in Basel vor magerer Kulisse
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FCB-Captain Marco Streller war an vier Toren beteiligt und zeigte ein gutes Spiel.
Lausanne konnte in der ersten Halbzeit noch mit Basel mithalten und ging mit einem 1:1-Unentschieden in die Pause.
Doch in der zweiten Halbzeit machten sie zu viele Fehler...
...von denen die Basler profitierten.
Am Ende jubelte der FCB. Die Basler ziehen verdientermassen in den Cup-Halbfinal ein.

Cup-Abend in Basel vor magerer Kulisse

Keystone

Telegramm

Basel - Lausanne 5:2 (1:1). - St.-Jakob-Park. - 8028 Zuschauer. - SR Zimmermann.

Tore: 24. Katz (Eigentor) 1:0. 45. Roux 1:1. 50. Streller 2:1. 59. Alex Frei (Foulpenalty) 3:1. 71. Roux 3:2. 89. Streller 4:2. 92. Fabian Frei 5:2.

Basel: Sommer; Degen (82. Park), Abraham, Dragovic, Steinhöfer; Shaqiri, Huggel, Xhaka (72. Yapi), Stocker (66. Fabian Frei); Alex Frei, Streller.

Lausanne: Favre; Avanzini, Katz, Meoli, Kamber; Marazzi (69. Negrão), Luccin, Muslin; Chakhsi (61. Bah), Pasche (59. Lang); Roux.

Bemerkungen: 80. Schuss von Streller touchiert die Latte.

Obwohl das Basler Führungstor Marco Streller gutgeschrieben wurde, war es ein Eigentor von Lausanne-Verteidiger Guillaume Katz. Dieser lenkte eine Hereingabe von Valetin Stocker, von Streller hart bedrängt, ins eigene Netz. Dass es zur Pause dennoch nur 1:1 stand, mutete wie ein schlechter Witz an.

Praktisch mit dem Halbzeit-Pfiff verwertete Jocelyn Roux eine weite Flanke von Abdelouahed Chakhsi mittels Kopfball zum Ausgleich. David Ángel Abraham war einen Sekundenbruchteil zu spät gewesen und gegen den perfiden Aufsetzer war auch Basel-Hüter Yann Sommer machtlos.

Guter Start in die zweite Halbzeit

Dieser Gleichstand schien die Basler aus ihrer Lethargie zu wecken. Zumindest in den ersten 20 Minuten sah man eine aggressivere FCB-Elf, die bereits im Frühstadium die Lausanner Angriffe störte. Das Führungstor war diesmal ein Streller-Tor; der Arlesheimer nahm eine Kreuzflanke von Philipp Degen volley ab und setzte den Ball mit 92 Stundenkilometern ins Netz.

Dass danach Alex Frei, dem sonst wenig gelang, auf 3:1 erhöhen konnte, war einem stupiden Foul von Katz zu verdanken. Völlig unmotiviert beging dieser an der Behindlinie ein Foul an Streller, wobei der Ball für die Romands ins Out gegangen wäre... Es war in der Tat nicht der Abend des Monsieur Katz.

Dennoch wurde die Cuppartie doch noch «spannend». Aus dem Nichts konnte Roux eine Unsicherheit von Sommer sowie ein Zögern des Duos Abraham/Aleksandar Dragovic ausnützen und eine Negrao-Hereingabe aus wenigen Metern ins Netz bugsieren. Dennoch war Lausanne substanziell zu schwach und fussballerisch zu limitiert, um den Favoriten in Bedrängnis zu bringen.

In den letzten Minuten erhöhten Streller, der eine gefühlvolle Hereingabe von Gilles Yapi (vorgängig hatte Lausanne-Hüter Anthony Favre einen reichlich unmotivierten Ausflug unternommen) über die Torlinie drückte. Den Schlusspunkt setzte Fabian Frei, der vor den Augen seines Vaters Markus in der Nachspielzeit mit einem Flachschuss das 5:2 bewerkstelligte.

«Wichtig ist der Einzug ins Halbfinale»

Es spricht irgendwie für den Leistungsunterschied in der Axpo Super League, dass der FCB selbst mit einer Durchschnittsleistung fünf Treffer erzielen kann. Kurz und bündig fiel das Fazit von FCB-Trainer Heiko Vogel aus: «Wir haben uns verdient durchgesetzt. Das Resultat ist vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen. Wichtig ist, dass wir im Halbfinal sind», so der Deutsche.