Das Finanzdepartement des Kantons Basel-Stadt bestätigte am Montag auf Anfrage eine entsprechende Mitteilung der MCH Group. Die Messeveranstalterin werde ab 2021 voll steuerpflichtig.

Wie hoch der Steuerbetrag ausfalle, sei noch nicht abzuschätzen, teilte die MCH Group mit. Ebenfalls noch unklar sei der Einfluss auf das Konzernergebnis. Die Weiterentwicklung des Unternehmens und mögliche Veränderungen aufgrund der Unternehmenssteuerreform III liessen keine verlässlichen Prognosen zu.

Der Zeitpunkt der Praxisänderung ist gemäss Mitteilung der Messe auf die Rückzahlung der baselstädtischen Darlehen abgestimmt, welche die Messe bis 2020 für den Neubau der Architekten Herzog & de Meuron zu leisten hat. Die Darlehen betragen insgesamt 85 Millionen Franken.

Historische Steuerbefreiung

Die Steuerbefreiung für das Messegeschäft gehe auf die 1920 in Basel gegründete Genossenschaft Schweizer Mustermesse zurück. Sie ist gemäss dem Unternehmen bislang bestehen geblieben, weil der Zweck und das öffentliche Interesse an der Tätigkeit des Unternehmens in Bezug auf den Standort Basel auch im Rahmen der Entwicklung von der Mustermesse zur MCH Group unverändert blieb.

Zur Aktiengesellschaft wurde der Messeveranstalter 1999 mit der Gründung der Schweizer Mustermesse AG. Das 2009 in die MCH Group AG umfirmierte Unternehmen erwirtschaftete 2015 einen Betriebsertrag von 416,4 Millionen Franken. Der Konzerngewinn betrug 31 Millionen Franken. Die Gruppe organisiert weltweit über 30 eigene Messen.