Eines kam klar heraus: Das Lobbying der Region Basel in Bern muss besser werden. Diese Haltung vertritt nicht nur die Handelskammer beider Basel (HKBB), die am Dienstagabend das Podium «Hallo Bern, hier Basel – hörst Du mich?» veranstaltet hatte. Diese Meinung vertrat auch das Publikum. In einer spontanen Abstimmung meinten satte 72 Prozent, dass Basel zu wenig wahrgenommen wird. Gleichzeitig aber zeichnete sich ab: Ein Patentrezept gibt es nicht.

Und dennoch: Zwei bis drei konkrete Verhaltensregeln konnten die Podiumsteilnehmer dann doch zusammentragen. So gelte es etwa, möglichst frühzeitig in einen Prozess Einfluss zu nehmen, um etwa im Verteilkampf um Bundesgelder nicht das Nachsehen zu haben. Gleichzeitig sei aufzuzeigen, warum etwa ein Milliardenprojekt wie das Herzstück der gesamten Schweiz nütze, fasste Dominique Reber von der Lobbyingfirma Hirzel-Neef-Schmid-Konsulenten zusammen.

Mit einer Stimme sprechen

Am allerwichtigsten aber: Die Region muss in Bern mit einer Stimme auftreten. Denn haben selbst die beiden Basel Mühe, sich zu einigen, werden sie von der Konkurrenz im Verteilkampf gerne gegeneinander ausgespielt – und gehen leer aus. Oft herrsche Einigkeit, betonte Basels Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. In Themen wie der Uni Basel aber sei das nicht immer einfach. Die Region müsse lernen, noch mehr zusammenzustehen, sagte auch die Baselbieter CVP-Nationalrätin und HKBB-Präsidentin Elisabeth Schneider-Schneiter. «Aber es ist deutlich besser geworden.»

Als leuchtendes Beispiel für gelungenes Lobbying wurden wiederholt die Rheinhäfen genannt. Wochenlang hatten die regionalen Parlamentarier gezielt geweibelt. Mit Erfolg: Der Bund will den geplanten Ausbau des Containerterminals Basel Nord mitfinanzieren – samt drittem Hafenbecken. Nicht erwähnt wurde hingegen, dass die Allianz bereits wieder bröckelt. Mehrere bürgerliche Parlamentarier stellen das 250-Millionen-Projekt bereits wieder infrage. Ein weiteres Beispiel für die fragile Einigkeit.

Region braucht schlicht zu lange

Das ärgert auch Martin Dätwyler. Die Region neige immer wieder dazu, sich in Detailfragen und Partikularinteressen zu verstricken, meinte der interimistische HKBB-Direktor. «Es braucht jedes Mal enorm viel Energie, bis wir eine gemeinsame Position erreicht haben.» Bis dahin weibelten andere Regionen in Bern längst für ihre Interessen.

Das sieht auch Regierungspräsidentin Ackermann so: «Es wird durchaus wahrgenommen, wenn Uneinigkeit herrscht. Ich werde immer wieder darauf angesprochen.» Gerade bei Projekten des Bundes kann das verheerend sein. Es schwächt die regionale Interessen im nationalen Wettbewerb. «Ich weiss, ich sollte das nicht sagen», kommentierte Nationalrätin Schneider-Schneiter. «Aber die Kantonsfusion hätte uns hier gestärkt.»