Serie
Basel in Farbe, Teil 7 – Fotograf Peter Moeschlin will hoch hinaus.

Patrick Marcolli
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Ein Wendepunkt für Basel: Die Stadt Mitte der Sechziger.

Ein Wendepunkt für Basel: Die Stadt Mitte der Sechziger.

Staatsarchiv Basel-Stadt (BSL 1022 KT 2869)

Kehren wir zurück zum polyvalenten Basler Fotografen Peter Moeschlin (1924–2003). Im August 1965 machte er die vorliegende Aufnahme. Von wo aus er das Bild schoss, lässt sich nur schwer sagen. Er muss sich aber ungefähr auf dem Gelände des früheren Gaswerks und heutigen Novartis Campus befunden haben. Diese Perspektive auf die Stadt Basel ist ungewöhnlich. Wir erkennen die dominanten Ausläufer des Juras mit dem Gempen im Hintergrund und stellen fest, dass neben dem Münster das elegante Hochhaus der Lonza die Silhouette Grossbasels fast allein prägte. Aber die spannendsten Erkenntnisse gewinnen wir aus den Details im Vordergrund.

Hier sehen wir in Ansätzen, wie sich Basel ab den sechziger Jahren von einer Stadt aus viel Backstein und Eisen hin zu einer Stadt aus noch mehr Beton verwandelte. Die ersten grossen Wohngebäude, den Plattenbauten in Osteuropa nicht unähnlich, schiessen an dieser Stelle aus dem Boden und verdrängen die gründerzeitlichen Mietskasernen und auch die alten Fabriken nach und nach. Sinnbildlich dafür ist der Bau der neuen Johanniterbrücke. Die alte, eine filigrane Eisenkonstruktion, wird durch die heutige Betonbrücke ersetzt. Möschlin hat den Moment eingefangen, da sie vom Kleinbasler Brückenkopf allmählich in Richtung Rheinmitte wächst.

Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie «Basel in Farbe».