Die Tramverlängerung um 3,1 Kilometer zum Bahnhof Saint-Louis erschliesst auf beiden Seiten der Landesgrenze einige Areale neu oder besser mit öffentlichem Verkehr. Ziel ist, den ÖV-Anteil am grenzüberschreitenden Verkehr zu steigern und motorisierten Individualverkehr von der Strasse zu bringen.

Die heutige Tramendschlaufe wird um 500 Meter an die Grenze rund ums Zollhaus verlegt. Dies bringt dem Sportzentrum Pfaffenholz und dem REHAB den auf dem Schweizer Abschnitt vorgesehenen 7,5-Minuten-Takt. Das Umsteigen auf ÖV fördern soll eine geplante Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof Saint-Louis, in die ebenfalls Schweizer Geld fliessen soll.

Kantons-Kostenanteil ein Viertel

Die 32,78 Millionen Franken vom Kanton fliessen für den Abschnitt auf Stadtbasler Boden zwischen Bungestrasse und Grenze. Der Bund soll davon 10,5 Millionen Franken übernehmen; netto muss der Kanton also rund 22,3 Millionen Franken tragen.

Auf französischer Seite summieren sich die Investitionen zu rund 56,4 Millionen Franken. Davon übernimmt die Eidgenossenschaft 19,7 Millionen Franken. Die restlichen 36,7 Millionen Franken deckt die Communauté de Communes des 3 Frontières (cc3f) als Bauherrin, mit Subventionen von Frankreich und dem Departement Haut Rhin.

Die Gesamtinvestitionen für die 3er-Tramverlängerung werden auf 86,5 Millionen Franken beziffert. Die Differenz von rund drei Millionen Franken zur Summe der territorialen Teile wird vom Planungsamt mit Betriebsaufwendungen auf Basler Seite erklärt, die nicht zur subventionsberechtigten Summe gezählt würden.

Nur SVP dagegen

Basel bekomme mit der Vorlage "sehr billig" eine neue Tramlinie, sagte Baudirektor Hans-Peter Wessels, mache doch der kantonale Kostenanteil nur 23 Prozent aus. Linke wie rechte Fraktionen begrüssten das Tramprojekt samt Nutzen und Kosten.

FDP und CVP hielten fest, dass zwar der Handel keine Einbahnstrasse sei, Schweizer Shoppingtouristen im 3er-Tram jedoch wohl kein Problem für das Basler Gewerbe seien. Ihr Sprecher regte ergänzend einen baldigen Ausbau der S-Bahn an.

Nur die SVP-Fraktionsmehrheit legte sich quer: Die Betriebskosten seien bei erwarteten 1700 Pendlern im Tag viel zu hoch; wegen der günstigen Abonnemente lege der Kanton deutlich drauf. Auch der Bau der Geleise sei auf Stadtboden sehr teuer. Die SVP schlug stattdessen eine Busverbindung vor.

Am Ende segnete das Parlament die Vorlage mit 79 gegen 7 Stimmen ab. Beidseits der Grenze soll ab 2015 am Projekt gebaut werden. Der forsch gesteckte Abschlusstermin 2017 liegt laut Planungsamt daran, dass französische Subventionen von einem Baubeginn 2015 abhängen.