Sucht
Basel ist süchtig, und zwar nach vielen Dingen

«Stabil auf hohem Niveau» seien die Zahlen, sagt Eveline Bohnenblust, Leiterin der Abteilung Sucht des Kantons Basel-Stadt. Folgende Beispiele zeigen auf, in welchem Umfang in Basel konsumiert wird.

Moritz Kaufmann
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Eine häufige Sucht: 144 Fälle von Glücksspielsucht wurden letztes Jahr in Basel behandelt. (Symbolbild)

Eine häufige Sucht: 144 Fälle von Glücksspielsucht wurden letztes Jahr in Basel behandelt. (Symbolbild)

Keystone

65 Prozent der konsumierten illegalen Drogen in Basel sind Hanfprodukte. Kiffer sind also weitverbreitet. Weit dahinter liegen Stimulanzien wie Kokain (12,8 %) und Opiate wie Heroin (7,2 %).

144 Fälle von Glücksspielsucht wurden letztes Jahr in Basel behandelt. Das geht aus Zahlen der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK), der Multikulturellen Suchtberatungsstellen beider Basel (Musub) und weiteren Beratungsstellen hervor. Eveline Bohnenblust vermutet allerdings eine hohe Dunkelziffer von Leuten, die sich beim Arzt behandeln lassen und nicht erfasst werden. Geschätzte 0,8 Prozent der erwachsenen Schweizer Bevölkerung legt ein risikoreiches Glücksspielverhalten an den Tag.

214 Menschen pro Tag gingen 2013 in den beiden Basler Gassenzimmern - den sogenannten Kontakt- und Anlaufstellen - ein und aus. Es gibt dort drei Bereiche: den Inhalationsraum, wo vor allem Folie geraucht wird; den Injektionsraum für Heroin und Verwandtes sowie den Sniff-Raum, der hauptsächlich von Kokain-Konsumenten benutzt wird. Laut dem Bericht ging in den letzten Jahren der Konsum von Heroin spürbar zurück, wobei der Sniff-Raum immer stärker benutzt wird. Auch der Medikamentenkonsum nahm zu.

268 Mal wurde letztes Jahr in Basel jemandem der Führerausweis entzogen. In 29 Fällen sogar auf unbestimmte Zeit. Hinzu kommen 135 Fälle von Ausweisentzug wegen anderer Drogen oder Medikamenten.

1461 Frauen suchten letztes Jahr bei der Anlaufstelle «Frauenoase» Hilfe. Das ist ein Viertel weniger als 2012. Laut dem kantonalen Suchtbericht liegt das daran, dass in der Prostitution der Konkurrenzdruck grösser geworden ist und die Frauen viel weniger Gelegenheit hätten, eine Anlaufstelle aufzusuchen. Grundsätzlich sind von der Sucht aber viel häufiger Männer als Frauen betroffen.

11'727 sogenannte Materialfunde wurden 2013 in Basel registriert. Sprich: Im öffentlichen Raum lagen so viele Nadeln, Spritzen und andere Überreste von illegalem Drogenkonsum herum. Das sind deutlich weniger als in den letzten Jahren.

18'413 Übernachtungen in der Notschlafstelle gab es 2013. Diese wird vor allem von Männern benutzt. Nur gerade in 16 Prozent der Fälle war der Übernachtungsgast eine Frau.