Corona

Basel liegt am See! Wo Sie vom Rheinknie aus am schnellsten zu Schweizer Schönheit kommen – und warum

Lockdown-Blues? Basel liegt doch am See! Angesichts kommender Schweiz-Ferien gilt jetzt besonders: Nutzen Sie die Zeit, um sich auf den Sommer vorzubereiten – vor allem als Landratten vom Rhein. Denn eines ist sicher: Es kann eng werden.

Wir erinnern uns: Kurz vor der von Corona abgewürgten Skisaison stellte die bz bereits fest, dass die Stadt Basel am weitesten von allen Skigebieten und damit den höchsten Schweizer Bergen entfernt liegt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass es sich mit Bade- und natürlich Bergseen gleich verhält, wenn nicht noch extremer in letzterem Fall. Denn eigentlich sind stehende Gewässer wie der Hallwilersee im Aargau relativ nah. Doch es bleibt dabei: Alle grösseren Schweizer Städte haben den See entweder direkt vor der Haustür oder ein entsprechender Ort ist näher.

Jetzt, wo der Lockdown gelockert wird und erste Ausflüge nicht nur möglich, sondern für viele auch nötig sind, zeigen wir, wie nahe die Seesicht eigentlich ist. Denn schliesslich sollten wir unser geliebtes Rheinbord nicht allzu sehr überlasten. Niemand will, dass sich ein nationaler Aufschrei wie bei der Party in der Steinenvorstadt wiederholt.

Wie schön sind doch die kleinen Wasser!

Wo sind wir also am schnellsten am Wasser? Hier ist das Rennen ein bisschen enger als bei den Skigebieten. Obwohl: Die Zentralschweiz punktet erneut. Der von Basel aus am schnellsten erreichbare See ist der Vierwaldstättersee. Mit der schnellsten Zugverbindung dauert es 1 Stunde und 2 Minuten bis zum Luzerner Bahnhof und der liegt bekanntlich genau am Quai. Weitere Spitzenreiter sind der Zürichsee (Zugfahrt 54 Minuten, allerdings muss man noch eine kurze Strecke bis zum See absolvieren) sowie der Bielersee (Zugfahrt 1 Stunde und 7 Minuten, aber auch hier liegt das Ufer einen kurzen Fussmarsch vom Bahnhof entfernt).

Hallwilersee, Aufnahme vom 9. Mai 2020 mit Sicht auf das Hotel Seerose in Meisterschwanden.

So herrlich blau!

Hallwilersee, Aufnahme vom 9. Mai 2020 mit Sicht auf das Hotel Seerose in Meisterschwanden.

Der Hallwilersee an der Grenze zwischen den Kantonen Aargau und Luzern muss da schon hinten anstehen. Wie der Sempachersee ist er über eine Regio-S-Bahn zu erreichen, was die Anfahrtszeit nicht nur minim länger, sondern mit Umsteigen auch umständlicher macht. Für beide Seen dauert es 1 Stunde und 9 Minuten, bis man mit dem öV einen entsprechenden Ausgangsort – Boniswil oder Sempach – erreicht hat. Dann muss man aber immer noch ein bisschen spazieren.

Der Seealpsee? Gern mal von Zürchern überrannt

Nun kann man natürlich auch mit dem Auto hinfahren. Da sind die regionalen Seen wieder im Vorteil, denn in den Städten muss man erst einmal parkieren können. Ohnehin empfiehlt es sich, nur in Massen die Seen aufzusuchen, um die Rheinbord-Druggedde nicht einfach anderswo hinzuverlegen.

Immerhin kommen Basler schon gar nicht erst in Versuchung, zum von Zürchern überrannten Seealpsee im Appenzellischen zu gelangen. Die Fahrt mit dem Auto zur Talstation dauert von Basel aus gute zwei Stunden, mit dem Zug sogar dreieinhalb Stunden.

Näheres zu den Destinationen:

Der Vierwaldstättersee

Eindrücklicher Blick in die Berge vom Vierwaldstättersee aus - aufgenommen vom Schiff «Europa».

Einfach nur schön.

Eindrücklicher Blick in die Berge vom Vierwaldstättersee aus - aufgenommen vom Schiff «Europa».

Das nächstgelegene Ziel. Hierbei gilt aber zu bedenken, dass wie am Basler Rheinbord Menschenansammlungen vermieden werden sollten. Zudem ist der Schiffsbetrieb sicher bis 7. Juni wegen Corona eingestellt. Die Gastronomie im Zentrum dürfte schon von Einheimischen heimgesucht werden, aber wer sucht, der findet auch Platz. Wer etwas weiter fährt, der kann von Luzern aus auch die Innerschweiz gut erreichen. Der See bietet mit seiner fjordartigen Form auf jeden Fall deutlich mehr Uferstrecke als der Rhein.

Die Regio-Seen

Hallwilersee und darüber Baldeggersee, von Birrwil-Höhe gesehen.

Hallwilersee und darüber Baldeggersee, von Birrwil-Höhe gesehen.

Die nächsten kleineren Gewässer sind der Hallwilersee und sein kleiner Bruder, der Baldeggersee. Auch dort steht zurzeit die Schifffahrt still, allerdings gibt es beschauliche Ecken, wo man sein Stand-up-Paddle-Set auspacken kann. Da sich an Wochenenden der halbe Aargau dort versammelt, empfiehlt es sich, an Wochentagen einen Abstecher zu machen. Beim luzernischen Sempachersee wirbt man derweil zurzeit schon munter für die Sommersaison – empfiehlt aber stets, in Restaurants zu reservieren.

Die grossen Bergseen

Idyllische Plätze in den Bergen, wie hier beim Oeschinensee, dürften in diesem Sommer bei Schweizern beliebt sein.

Ziemlich gefragt

Idyllische Plätze in den Bergen, wie hier beim Oeschinensee, dürften in diesem Sommer bei Schweizern beliebt sein.

Für Basler oft ein weit entfernter Wunschtraum sind Bergseen. Einer der nächsten beliebten ist der Oeschinensee. Mit dem Zug sind es rund 2 Stunden nach Kandersteg, von dort aus muss aber marschiert werden. Hochkonjunktur feiert zurzeit der pittoreske Seealpsee im Säntis-Massiv. Dort tummeln sich zurzeit aber viele Zürcher, da die Umgebung für sie ein beliebtes Naherholungsziel ist. Derweil am beliebten Caumasee im Bündnerland Spaziergänge zwar erlaubt, weite Teile bis zum 8. Juni aber noch gesperrt sind.

Weiter weg, aber schön

Reben am Bielersee in stimmungsvollem Licht.

Stimmung pur!

Reben am Bielersee in stimmungsvollem Licht.

Trotz Anfahrtszeit: Auch der Bodensee bietet genug Uferstrecke, um sich etwas zu verteilen. Der Bielersee punktet wiederum mit Wanderungen über Jura­hügel. Eher beliebt sind zurzeit auch der Thuner- und der Brienzersee. Daher sind Reservationen in Gastrobetrieben auf jeden Fall empfehlenswert. Die Schifffahrt steht auch dort still. Da unter Corona-Umständen zurzeit nicht mehr als ein Tagestrip drinliegt, kann man den Ausflug nutzen, um die Lage hinsichtlich der nahenden Schweiz-Sommer­ferien auszukundschaften.

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