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Basel plant Stadt-Expo – und will Baselland nicht dabei haben

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EXPO.02 Arteplage Neuenburg

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Die Basler Regierung hat für die Lancierungsphase einer neuen Landesausstellung einen Beitrag von 120'084 Franken bewilligt. Die Stadt Basel tritt zudem dem Verein «NEXPO – die neue Expo» bei.

Mit Expo-Plänen verhält es sich wie der griechischen Sagenmonstrum Hydra: Schlägt man einer den Kopf ab, wachsen sofort zwei neue nach. Als im Juni 2016 das Stimmvolk in den Kantonen St. Gallen und Thurgau Nein sagte zu einer Ostschweizer Landesaustellung, fanden sich sofort andere Bewerber. Auch in der Region Basel. Remo Gallacchi (CVP), als Grossrat in der Stadt, und Klaus Kirchmayr (Grüne)als Landrat im Baselbiet, weibelten für eine regionale Expo. In Basel-Stadt fanden sich prominente Befürworter, der Grosse Rat überwies einen entsprechenden Anzug trotz Widerstand von rechts. Anders im Landkanton: Bürgerliche erstickten Expo-Pläne im Keim.

In Basel hingegen lebte die Lust auf ein solches Grossprojekt ungebrochen weiter. Der Stadtkanton ging auf die Suche nach möglichen Partnern – und fand unter anderen Städtern Gleichgesinnte. Die «Nexpo», die neue Expo, will die zehn grössten Schweizer Städte verbinden. Eine dezentrale Schau der Zentren schwebt Initiantin Corinne Mauch vor. Die jüngst wiedergewählte Zürcher Stadtpräsidentin hat in den vergangenen Monaten ihre Amtskollegen mehrfach an einen Tisch gebracht.

Das Projekt soll in die Planungsphase vorstossen und braucht dafür Geld. Die Regierung von Basel-Stadt sprach deshalb an ihrer gestrigen Sitzung einen Beitrag in der Höhe von rund 120'000 Franken. «Die zehn grössten Schweizer Städte gründen jetzt einen Verein. Gemeinsam tragen sie den Planungskredit von 500'000 Franken. Die Beiträge der einzelnen Städte richtet sich nach deren Bevölkerungszahl», sagt Sabine Horvath. Die Basler Leiterin fürs Standortmarketing ist Projektverantwortliche im Präsidialdepartement.

Zwei Konkurrenten

Der Beitrag bedeutet das Ende für eine regionale Expo, lässt Horvath durchblicken, auch wenn der Anzug Gallacchi noch nicht beantwortet ist. Kirchmayr kann sich dennoch vorstellen, auch das Baselbiet in die Schau zu integrieren. «Ich bin erfreut über den Entscheid. Das wird auch auf die Agglomeration ausstrahlen», ist er überzeugt. Mehr noch: «Je nach Thematik, etwa wenn dieses der Rhein ist, könnte sich auch Baselland beteiligen.» Sieht das Horvath auch so? «Nein, diese Expo-Initiative dreht sich explizit um die Städte», sagt sie. Ansonsten ist wenig klar, wie die Nexpo dereinst aussehen könnte.

Bis 2019 soll die Sondierungsphase andauern, bevor die Verantwortlichen in die Planung übergehen. «Ein Grundsatzentscheid müsste 2020 erfolgen.» Ab 2023 sei frühestens mit einer möglichen Umsetzung zu rechnen, sagt Horvath.

Wenn es die Nexpo denn so weit schafft und auch den Bund von ihrem Sinn überzeugen kann. Daneben buhlen noch zwei weitere potenzielle Expos um ihr Dasein: Die «Svizra27» will die Schweizer Wirtschaft in den Vordergrund stellen, die «x27» plant eine Reflexion der Schweiz auf dem Flugplatz in Dübendorf.

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