Coronavirus

Basel prescht mit Maskenpflicht vor – Baselland verzichtet vorerst

Die Maskenpflicht in Schulen, Läden und Bars gilt jetzt auch in Basel-Stadt. (Symbolbild)

Die Maskenpflicht in Schulen, Läden und Bars gilt jetzt auch in Basel-Stadt. (Symbolbild)

Nach stark gestiegenen Ansteckungszahlen verordnet Basel-Stadt – als erster Deutschschweizer Kanton – eine Maskentragpflicht in Läden, Restaurants und auf den Arealen der weiterführenden Schulen. Nun sei ein entschlossener Kampf gegen die Pandemie nötig, um eine massive zweite Welle zu vermeiden, sagt Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger.

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen verschärft der Kanton Basel-Stadt die Schutzmassnahmen und führt ab Montag eine Maskenpflicht in Läden, auf den Schulgeländen der weiterführenden Schulen und für Mitarbeitende von Restaurants, Clubs und Bars ein.

esundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) warnt: «Die Tendenz ist beunruhigend. Deshalb ist eine entschlossene Bekämpfung der Pandemie zur Vermeidung einer massiven zweiten Welle notwendig.» Einkäufe und Verpflegung seien Grundbedürfnisse der gesamten Bevölkerung. «Die Abstandsregeln in Verkaufslokalen sind jedoch schwer durchsetzbar, insbesondere bei Selbstbedienung und zu Stosszeiten.» Ein sicheres Einkaufen solle für alle möglich sein. Man wolle verhindern, dass Teile der Gesellschaft von diesen alltäglichen Grundbedürfnissen ausgeschlossen würden, ergänzt Anne Tschudin, Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements. Es soll ein Ausgleich zwischen allen Bevölkerungsgruppen stattfinden. «Zurzeit verzeichnen wir vor allem bei Jüngeren Ansteckungen. Aber diese tragen das Virus mit Verzögerung in die anderen Altersgruppen.»

Nachdem die vier Nordwestschweizer Kantone zuletzt gemeinsame Massnahmen verkündeten, unternimmt Basel-Stadt mit der Verschärfung der Maskenpflicht einen Alleingang. Die Kantone stünden nach wie vor im Austausch, so Tschudin. «Wir sehen aktuell, dass schweizweit in städtischen Räumen höhere Infektionszahlen vorherrschen.» Die verschärfte Maskenpflicht soll neben dem direkten Schutz auch eine präventive Wirkung haben. Für das Gesundheitsdepartement ist klar: «Die Maskenpflicht ist eine einfache Massnahme mit viel Wirkung.»

Nimmt Einkaufstourismus wieder zu?

Mit der Maskentragpflicht in Läden will der Kanton auch das Vertrauen in den Detailhandel stärken. Mathias Böhm, Geschäftsführer des Vereins Pro Innerstadt Basel, sieht die Massnahme pragmatisch. Es müsse mit allen Mitteln verhindert werden, dass es noch schärfere Massnahmen braucht, die der Wirtschaft noch mehr schaden würden. Böhm spricht dabei insbesondere von einem zweiten Lockdown. Beispiele aus Deutschland hätten gezeigt, dass die Konsumentenstimmung mit der Maskenpflicht in Läden zwar marginal gesunken sei, die Volumen der Warenkörbe, die generelle Kauflust und folglich auch die Umsätze jedoch stabil geblieben sind.

Kritischer sieht man die Verschärfung beim Basler Wirteverband. «Das Tragen einer Maske ist für die Mitarbeitenden sehr anstrengend», mahnt Präsident Maurus Ebneter. Er befürchtet indirekt negative Folgen für die Gastrobranche, wenn aufgrund der Maskenpflicht die Einkaufsstimmung in Basel zurückgeht. «Sinken die Frequenzen im Detailhandel, spüren dies auch die Restaurants.» Für das Gewerbe entstehe durch die Maskenpflicht ein zusätzlicher Aufwand, weil zu den bestehenden Schutzkonzepten Mitarbeitende die Kundschaft kontrollieren müsse, ob man eine Maske trage, kritisiert Patrick Erny vom Gewerbeverband Basel-Stadt. Er befürchtet, dass es im Detailhandel eine Ausweichbewegung in die umliegenden Kantone und insbesondere nach Deutschland geben könnte. «Jetzt fällt im Vergleich zum Ausland der Vorteil, dass bei uns keine Maskentragpflicht in den Läden bestand. Der Faktor Preis gewinnt wieder an Bedeutung.»

Weil gemäss Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) die Disziplin betreffend Abstandhalten an den Schulen seit den Sommerferien nachgelassen hat, wird nun auch an Gymnasien, der FMS und der Berufsfachschule eine Maskenpflicht eingeführt. Diese gilt aber nur auf den Arealen und nicht in den Klassenzimmern, wenn dort der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Oberstes Ziel sei es, dass die Schulen nicht noch einmal geschlossen werden müssen.

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