Klein, aber fein. Dieses alte Sprichwort wird von der «Tiny House»-Bewegung aufs Wohnen übertragen. Entstanden in den USA nach der Immobilienkrise, finden die Kleinsthäuser auch in Europa immer mehr Anhänger. Wie die bz gestern berichtete, ist in Liestal bereits eine erste Siedlung in Planung.

Das soll nun auch in Basel geschehen – und zwar mit gütiger Beihilfe des Kantons. Dieser Meinung ist eine überwältigende Mehrheit des Kantonsparlaments, das gestern eine entsprechende Motion an den Regierungsrat überwies.

Einzig die SVP war gegen diese neue Wohnform. Roland Lindner sagte: «Heute soll verdichtet werden, da stehen kleine Einzelhäuser völlig falsch in der Landschaft. Zudem wird sich das in der Stadt nur rechnen, wenn das Bauland subventioniert wird und deshalb sind wird dagegen.»

Politiker von SP und Grünem Bündnis hielten dagegen, dass es sich bei dieser Wohnform um eine «Downsize»-Lebensphilosophie handle, die ganz auf den geringen Ressourcenverschleiss ausgerichtet sei. Und die Grünliberale Grossrätin und Initiantin des Anzugs Katja Christ sagte: «Tiny Houses sind sehr geeignet um zu verdichten, weil sie etwa in ungenutzten Hinterhöfen, auf Flachdächern und in Baulücken erstellt werden können. Und zudem können die einzelnen Einheiten auch zu Türmen von bis zu zwölf Stockwerken gestapelt werden.»

74 Grossräte fanden die Idee gut und gaben der Regierung den Auftrag, eine geeignete Fläche zu finden und die Kleinsthaus-freundliche Sonderbewilligungen zu schaffen. Damit in Basel demnächst die erste «Tiny House»-Siedlung eröffnet werden kann.