Gefahrentransporte

Basel-Stadt bleibt weiterhin aussen vor

Zuletzt kam es am 24. Januar am Güterbahnhof Weil am Rhein zu einem Feuerwehreinsatz. Aus einem Kesselwagen war Benzin ausgelaufen.

Wegen der häufigen Zwischenfälle in Südbaden existiert seit Kurzem ein eigener Expertenausschuss. An den Sitzungen nehmen die Bürgermeister der betroffenen Städte und Gemeinden, Vertreter der Region und der Deutschen Bahn (DB) teil – doch Basel fehlt.

Erst am 24. Januar kam es im nahen Südbaden wieder zu einer Havarie eines Kesselwagens. Die Gefahrenproblematik wird neben Lärmfragen seit letztem Jahr in einer Begleitgruppe behandelt, die insbesondere auf Betreiben des Landkreises Lörrach gegründet wurde. An den Sitzungen nehmen die Bürgermeister der betroffenen Städte und Gemeinden, Vertreter der Region und der Deutschen Bahn (DB) teil.

Das Problem: Basel fehlt. Anne Tschudin, Mediensprecherin des Gesundheitsdepartements, verweist darauf, dass der Kanton als Mitglied der Oberrheinkonferenz über Fachgremien wie den Expertenausschuss Gefahrenabwehr Rhein an Informationen komme. Die Struktur der Oberrheinkonferenz erstreckt sich allerdings bis in die Südpfalz und nördlich von Karlsruhe.

Torben Pahl, Pressesprecher des Landkreises, teilt mit: «Basel wurde bisher zu den Sitzungen der Begleitgruppe nicht eingeladen, da die besprochenen Themen in ersten Linie den Landkreis Lörrach betreffen.» Er verweist auf das Beispiel der Lärmproblematik. Die letzten drei Havarien seit Juni 2018 haben sich allerdings alle im Rangierbahnhof Weil am Rhein ereignet, nur wenige Kilometer von der Landesgrenze entfernt. Kürzlich war die Rheintalbahn zwischen Basel und Freiburg deshalb mehr als vier Stunden unterbrochen.

Thema sind die Gefahrguttransporte auch beim Ausbau der Rheintalstrecke auf ein 3. und 4. Gleis. So hat der Kanton Basel-Stadt wegen der Gefahrentransporte durch den Badischen Bahnhof Einsprache erhoben.

Löschwasser für Tunnel

Bei der letzten Sitzung der Begleitgruppe stellte die DB im Sommer 2018 ihre Pläne vor, den Katzenbergtunnel, gut zehn Kilometer nördlich von Basel, besser mit Löschwasser zu versorgen.

Auch der grüne Lörracher Landtagsabgeordnete Josha Frey hat sich des Themas angenommen. Er fordert, das abgestellte Züge mit Gefahrengut dringend überwacht werden müssen.

Auf der nächsten Sitzung der Begleitgruppe am 11. März wird es vor allem um die Löschwasserversorgung und um ein Auffangbecken beim Rangierbahnhof Weil gehen. Beide sollten sich auf einem gut zugänglichen Havarieplatz ohne Oberleitungen befinden.

Zwischenfall auf dem Rangierbahnhof Basel am 24. Januar:

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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