Basel-Stadt wird als erster Kanton eine Geschlechterquote in allen Verwaltungsräten einführen, die in der Wahlbefugnis des Kantons liegen. Gemäss dem Beschluss des Grossen Rates vom Mittwoch sollen Frauen und Männer künftig in allen Verwaltungsräten mindestens je einen Drittel ausmachen.

Zur Anwendung gelangt die neue Regelung in drei Betrieben: dem Bankrat der Basler Kantonalbank, den Basler Verkehrsbetrieben und den Industriellen Werken Basel.

Damit ist Basel-Stadt der erste Kanton in der Schweiz, der eine Frauenquote einführt, wie die Sprecherin des Eidg. Gleichstellungsbüros am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Bislang gibt es erst in den Deutschschweizer Städte Zürich, Bern und Schaffhausen ähnliche Vorhaben.

Von einer Frauenquote auf Staatsebene für die gesamte Wirtschaft - wie es sie bereits in Norwegen, Spanien und Frankreich gibt - ist die Schweiz noch weit entfernt.

Immer noch zu wenige Frauen

Die neue Regelung wird im baselstädtischen Einführungsgesetz zum Gleichstellungsgesetz des Bundes festgeschrieben. Frauen seien in Strategie- und Aufsichtsgremien noch immer deutlich untervertreten, begründete Regierungspräsident Guy Morin vor dem Parlament den Vorschlag.

Die Geschlechterquote wurde nach längerer Debatte mit 53 gegen 32 Stimmen beschlossen. Die Ratslinke und die FDP plädierten dafür: Offensichtlich sei in der Schweiz ohne Quote keine Gleichstellung zu erreichen. Geeignete Frauen für diese Gremien seien wohl zu finden.

Dagegen waren CVP, SVP und LDP, denen Fachqualifikationen wichtiger sind als Quoten. Ein Aufweichungsantrag der CVP scheiterte; Die Partei wollte statt einer festen Minimalquote nur eine unverbindlichere Zielvorgabe ins Gesetz notieren.

Mit dem Parlamentsbeschluss wird eine Motion aus dem Grünen Bündnis umgesetzt, die eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent verlangt hatte. Diese war vom Parlament 2009 an die Exekutive überwiesen worden.