Energie
Basel-Stadt kann Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft erreichen

Basel-Stadt kann vor Ende des Jahrhunderts seinen Energiebedarf weitgehend aus erneuerbaren Quellen decken, wenn jetzt die Weichen dazu gestellt werden. Ab 2050 seien die Einsparungen grösser als die Investitionen, hält eine Studie jetzt fest.

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ÖV statt Auto: So schafft Basel das 2000-Watt-Ziel

ÖV statt Auto: So schafft Basel das 2000-Watt-Ziel

Nicole Nars-Zimmer

Das baselstädtische Amt für Umwelt und Energie (AUE) hatte die Studie zur 2000-Watt-Gesellschaft bei Dieter Genske, Professor der Fachhochschule Nordhausen und Universität Liechtenstein, bestellt. Sie kommt zum Schluss, dass besondere Anstrengungen nötig seien, diese sich aber schon in wenigen Jahrzehnten lohnten.

Heute liegt laut der Studie der Energiebedarf im Stadtkanton - einer 2000-Watt-Pilotregion - im Schnitt bei 35'000 kWh pro Kopf. Dies entspreche einer Dauerleistung von 4000 Watt; der Schweizer Schnitt liege bei 6500 Watt. Die in eingeführten Produkten enthaltene Graue Energie mache weitere 3900 Watt pro Kopf aus.

Heizung und Verkehr als Killerkriterien

Während die Stromversorgung dank Wasserkraft schon voll erneuerbar erfolge, hingen Mobilität und Heizung heute noch stark von fossilen Brennstoffen ab. Insgesamt liege der Selbstversorgungsgrad mit lokal erzeugter erneuerbarer Energie bei knapp 4 Prozent bei der Wärme und bei 19 Prozent beim Strom.

Die Studie sieht Energiesparpotenzial bei Gebäudesanierungen und Arbeits-Effizienzsteigerungen sowie bei mehr ÖV statt motorisiertem Individualverkehr. Für die Produktion von Windkraft sei Basel-Stadt weniger geeignet; Wasserkraft scheine im Wesentlichen ausgeschöpft. Wärme indes sei auch etwa aus Boden, Luft oder Abwasser gewinnbar.

Für die 2000-Watt-Ziele wird der Investitionsaufwand auf insgesamt rund 23 Mio. Fr. im Jahr, respektive 120 Franken pro Kopf im Kanton beziffert. Dem gegenüber stünden Einsparungen durch den vermiedenen Energieverbrauch sowie vermiedene Emissionsabgaben. Ab etwa 2050 werde mehr eingespart als ausgegeben.