Schuldenberatung
Basel-Stadt springt für Caritas ein

Die Fachstelle Plusminus des Vereins Budget- und Schuldenberatung bekommt ein Jahr nach dem Absegnen einer unveränderten Subvention höhere Staatsbeiträge zugesprochen. Der Grosse Rat hat dies am Mittwoch beschlossen, um Kürzungen seitens der Caritas teilweise zu kompensieren.

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Keystone

Plusminus bekommt für die drei Jahre 2018 bis 2020 neu insgesamt 840'000 Franken; das sind 120'000 Franken mehr als der Grosse Rat im vergangenen Oktober beschlossen hatte. Diese Mehrkosten will die Regierung innerhalb der Sozialhilfe kompensieren. Die 40'000 Franken mehr im Jahr sind vier Fünftel dessen, was der Verein beantragt hatte.

Der Verein hatte erst nach dem Grossratsbeschluss vor Jahresfrist erfahren, dass Caritas wegen eigener Finanzprobleme ihre Beiträge an Plusminus stufenweise herunterfahren und zudem eine Praktikumsstelle im Umfang von 14'000 Franken nicht mehr finanzieren werde. So drohten unverantwortliche Defizite.

Für die Regierung ist klar, dass Plusminus - das seit 1991 vom Kanton Geld bekommt - ein wichtiges soziales Bedürfnis professionell abdecke. Sie verwies zudem auf hohe Drittmittel, die der Verein generiere. Im Parlament erhielt die Arbeit der Beratungsstelle viel Lob von allen Seiten.

Gegen die Erhöhung sprach sich die SVP aus: Ihr missfalle, dass wieder der Staat einspringen soll, wenn Private den Beutel schliessen. Der Grosse Rat sah es anders, lehnte den SVP-Antrag für die bisherige Summe klar ab und bewilligte schliesslich den aktualisierten Jahresbetrag mit 86 gegen 5 Stimmen.

In der Diskussion beklagte übrigens eine CVP-Grossrätin ein enormes Lobbying aus dem Umfeld von Plusminus: Die zahlreichen Telefonate, Mails und persönliche Kontaktaufnahmen gingen ihr klar zu weit. Eine SP-Grossrätin erinnerte darauf an das Lobbying des Zoologischen Gartens.