Basel-Stadt
Umbau des Rheinbads Breite wird teurer als geplant – Wiedereröffnung verzögert sich

Das Rheinbad in der Breite muss erweitert und saniert werden. Dafür beantragt der Basler Regierungsrat beim Grossen Rat zusätzlich über 1,3 Millionen Franken. Einer der Gründe für die Mehrkosten sei, dass die benötigten Materialien aufgrund der Coronapandemie teurer geworden sind. Und auch der Hochwasserschutz spiele eine tragende Rolle.

Aimee Baumgartner
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Das «Rheinbadhüsli» in der Breite ist vor allem in den warmen Monaten ein gefragter Ort zum Verweilen.

Das «Rheinbadhüsli» in der Breite ist vor allem in den warmen Monaten ein gefragter Ort zum Verweilen.

Archivbild: Roland Schmid

Bereits vor zwei Jahren teilte der Kanton Basel-Stadt mit, dass das Rheinbad Breite umgebaut wird. Zusätzlich zu der notwendigen Sanierung ist vorgesehen, dass das Rheinbad wieder auf seine ursprüngliche Grösse erweitert wird. 1994 wurde es aufgrund sinkender Besucherzahlen um fast die Hälfte verkleinert.

Im Sommer 2020 hat der Grosse Rat oppositionslos einen Beitrag von knapp 2,5 Millionen Franken für die Baukosten zur Vergrösserung des Rheinbads bewilligt. Am Dienstagnachmittag teilte der Regierungsrat nun mit, dass dieses Geld nicht ausreicht. Deshalb beantragt er beim Grossen Rat zusätzliche 1,37 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung. Sollte dieser zustimmen, kann frühestens im Herbst 2022 mit dem Bau begonnen werden. Die Wiedereröffnung würde dann zur Sommersaison 2023 erfolgen – also ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Im Laufe der Projektierung habe sich gezeigt, dass die Rahmenbedingungen, auf welchen das Ratschlagsprojekt beruht, «nicht den effektiven Gegebenheiten vor Ort entsprechen», ist der entsprechenden Mitteilung zu entnehmen. Die Gesamtkosten werden somit neu mit rund 4,92 Millionen Franken veranschlagt. Die restlichen 1,09 Millionen werden nach Angaben des Kantons vom Verein Rheinbad Breite übernommen, der seine Beteiligung von ursprünglich 840’000 Franken um 250’000 Franken erhöht.

Der Kanton nennt mehrere Einflussfaktoren

Als Gründe für die Mehrkosten gibt der Regierungsrat zusätzliche Massnahmen zur Baustellensicherung bei einem allfälligen Hochwasser, die Erstellung neuer Fundamente im Rhein, eine höherwertige Dachbegrünung und eine optimierte Lösung für den barrierefreien Zugang an: «Bei der Kreditbeantragung wurde davon ausgegangen, dass die Erweiterung auf den zurückgebauten Fundamenten des ursprünglichen Rheinbades aufgebaut werden kann. Es hat sich aber gezeigt, dass die im Rhein stehenden Fundamente nicht tragfähig genug sind und daher neu erstellt werden müssen, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.»

Das Hochwasser im Sommer 2021 habe gezeigt, dass die ursprünglich vorgesehenen Massnahmen zur Sicherung der Baustelle vor Hochwasser ungenügend sind. «Bei drohendem Hochwasser müssten die Baustelleneinrichtungen teilweise abgebaut und verstellt und nach dem Hochwasser wieder neu aufgebaut werden.»

Ein weiterer Grund für die Mehrkosten sei, dass die Materialpreise aufgrund der Pandemie exponentiell gestiegen sind. «Da die Erweiterung des Rheinbads Breite hauptsächlich aus Stahl und Holz besteht, ist das Projekt sehr stark von dieser Kostensteigerung betroffen», schreibt der Regierungsrat.