Coronavirus

Basel-Stadt verschärft die Massnahmen ab Montag: Ausgedehnte Maskenpflicht und neue Gastro-Regeln

Eine  Migros-Kundin in Basel. Die Maskenpflicht wird per Montag auf weitere Orte ausgeweitet.

Eine Migros-Kundin in Basel. Die Maskenpflicht wird per Montag auf weitere Orte ausgeweitet.

Der Basler Regierungsrat verschärft aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen die kantonale Covid-19-Verordnung. Die Maskenpflicht wird ausgedehnt, private Veranstaltungen auf maximal 50 Personen beschränkt und in Restaurationsbetrieben darf nur noch sitzend konsumiert werden.

Die neuen Massnahmen treten per kommenden Montag, 19. Oktober 2020, in Kraft, wie der Kanton am Freitagmorgen mitteilte. Mit Stand 15. Oktober 2020, liegt der Kanton Basel-Stadt in der sogenannten 14-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100‘000 Einwohnerinnen und Einwohner) bei einem Wert von 110. Dieser liege weit oberhalb des vom Bund definierten Werts von 60, gemäss welchem ein Land auf die sogenannte Risikoliste gesetzt werde, so der Kanton.

Diesen Anstieg gelte es jetzt zu bremsen, weshalb der Regierungsrat die weiterführenden Massnahmen beschlossen hat.

Ausdehnung der Maskentragpflicht

Die Maskenpflicht wird auf weitere öffentlich zugängliche Innenräume ausgedehnt. Dies betrifft beispielsweise Restaurationsbetriebe, einschliesslich Bar- und Clubbetriebe sowie Diskotheken und Tanzlokale, Museen, Kinos, Theater, Empfangs- und Pausenbereiche von Sport- und Fitnesszentren, Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt wie Coiffeure oder Massagen, Banken, Poststellen, Bahnhöfe, Gesundheitseinrichtungen wie Spitäler und Arztpraxen, Alters- und Pflegeheime oder Gotteshäuser.

Erweitert wird die Maskenpflicht auch bei Bildungseinrichtungen. Neu gilt eine Maskentragpflicht grundsätzlich auch für die Areale und Innenräume der Schulen und Tagesstrukturen der Primar- und Sekundarstufe I.

Neue Vorgaben für Restaurationsbetriebe

Zudem hat der Regierungsrat neue Vorgaben für Restaurationsbetriebe und Beschränkungen von öffentlichen und privaten Veranstaltungen beschlossen. In einem Restaurationsbetrieb wird die Anzahl der konsumierenden Gäste auf maximal 100 pro Raum begrenzt, so der Kanton. Eine Konsumation in Stehbereichen ist neu unzulässig. Ein Restaurant kann weiterhin verschiedene Räume à 100 Personen betreiben. In Clubbetrieben, Diskotheken und Tanzlokalen dürfen insgesamt gleichzeitig höchstens 300 Personen anwesend sein. Neu ist, dass in allen Restaurationsbetrieben, einschliesslich Bar- und Clubbetrieben, Diskotheken und Tanzlokalen, die Kontaktdaten zu erheben sind.

Kulturstadt Jetzt kritisiert die Regierung

Das Vorgehen rund um die erneute Verschärfung der Massnahmen wird von der Vereinigung Kulturstadt Jetzt scharf kritisiert. Wie das Komitee in einer Medienmitteilung schreibt, werden die Massnahmen an sich nicht in Frage gestellt. Kritisiert wird allerdings der Umgang der Regierung und Verwaltung mit den betroffenen Betrieben. Die Beschlüsse seien «ohne wirtschaftliche Abfederungsmassnahme und Einbezug der betroffenen Betriebe» gefällt worden. Und das obwohl die jetzige Situation absehbar gewesen sei.

Kulturstadt Jetzt hätte parallel zu den Verschärfungen mindestens geeignete Soforthilfemassnahmen für betroffenen Betriebe erwartet, schreibt das Komitee. Des Weiteren sei man keine klare Kommunikation vorhanden, weshalb es bei den Betroffenen viele offenen Fragen im Zusammenhang mit den neuen Massnahmen gebe.

Die Vereinigung fordert von der Regierung und Verwaltung deshalb, dass Anfang nächster Woche Lösungen geliefert werden, heisst es in der Mitteilung.

Beschränkungen von öffentlichen und privaten Veranstaltungen

An öffentlichen und privaten Veranstaltungen, an welchen weder der erforderliche Abstand eingehalten noch Schutzmassnahmen ergriffen werden können, dürfen maximal 50 Personen teilnehmen, und es sind Kontaktdaten zu erheben.

Die neuen Vorgaben zur Maskenpflicht, für die Restaurationsbetriebe und öffentliche und private Veranstaltungen gelten vorerst bis zum 31. Dezember 2020.

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