Die baselstädtischen Behörden seien «nach wie vor besorgt» wegen der Gefährdung, die vom AKW Fessenheim für die Region Basel ausgehe, sagte Anne Lévy, Leiterin des Bereichs Gesundheitsschutz im Gesundheitsdepartement, am Montag auf Anfrage zur Nachrichtenagentur sda.

Den Entscheid fälle die französische Staatsregierung erst im Herbst, nach einem so genannten Stresstest. Entscheidend seien die Bedingungen, unter welchen die Laufzeit verlängert werde, sagte Lévy weiter. Eine Verlängerung der Laufzeit sei aber «in jedem Fall bedenklich».

Erdbebenrisiko bleibt bestehen

Das 35-jährige AKW Fessenheim ist nicht nur das älteste in Frankreich, sondern steht in einem erdbebengefährdeten Gebiet direkt neben dem Rhein-Schiffskanal. Die Betreiberin Electricité de France (edf) will dennoch beide Reaktorblocks länger laufen lassen.

Die Regierungen beider Basel hatten am 22. März die sofortige provisorische Stillegung des AKW Fessenheim gefordert, bis dessen Sicherheit auch nach Erkenntnissen von Fukushima gründlich überprüft ist. Begründet wurde dies vor allem mit dem Erdbebenrisiko.

Die jurassische Regierung hatte sich am 30. März dieser Forderung angeschlossen. Das baselstädtische Kantonsparlament hatte zudem am 6. April mit einer Resolution seinerseits die Stillegung von Fessenheim verlangt. Es doppelte am 8. Juni nach mit der Überweisung einer Motion für eine Standesinitiative gegen Fessenheim.