Das Becken ist leer. Die Brennstäbe des Forschungsreaktors am Departement Physik der Universität Basel wurden 2015 zurück in die USA gebracht. Das älteste Mini-AKW der Schweiz läuft nicht mehr. Bald soll es ganz abgebaut werden: Die Uni hat beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) ein Gesuch zur Stilllegung des Reaktors eingereicht. Die Unterlagen beschreiben, wie die Anlage demontiert und entsorgt werden soll. «Sobald die Bewilligung vorliegt, können wir mit dem Rückbau beginnen», sagt Christoph Tschumi, der Verwaltungsdirektor der Universität Basel. Zuerst würden die Einbauten demontiert und Teile des umgebenden Betons abgetragen. «Von ihnen geht eine schwache radioaktive Strahlung aus», sagt Tschumi. Die Uni rechnet damit, dass ungefähr zehn Fässer à 200 Liter radioaktivem Abfall zusammenkommen. «Das Material wird zwischengelagert und Teile davon für eine Tiefenlagerung vorbereitet», sagt Tschumi. Der Rest des Forschungsreaktors könne ganz normal rückgebaut und entsorgt werden, weil es nicht radioaktiv kontaminiert sei.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Mit der Projektleitung hat die Uni die deutsche Firma IGN consult mbH beauftragt. Sie hat die Situation analysiert und ist gemäss Mitteilung der Uni zum Schluss gekommen, dass das Gefährdungspotenzial bei der Stilllegung des Mini-AKW vernachlässigbar klein ist. Um die Bevölkerung und die Umwelt zu schützen, wurden zudem verschiedene Vorkehrungen getroffen. «Sie stellen sicher, dass während der Stilllegung keine radioaktiven Stoffe freigesetzt werden», heisst es in der Mitteilung.

Rund zehn Millionen Franken kostet die Stilllegung des ehemaligen Forschungsreaktors. Der grösste Teil, sieben bis acht Millionen, fallen für den Rückbau an. Die Rückführung der Brennelemente in die USA kostete 2,2 Millionen Franken. Die Vorbereitung des Gesuchs und die damit verbundenen Abklärungen schlugen bisher mit rund 500 000 Franken zu Buche. Die Kosten werden ausschliesslich durch den Kanton Basel-Stadt getragen. Die Uni geht davon aus, dass das Uvek bis Ende 2018 die Stilllegungsverfügung erteilt. Die Rückbauarbeiten sollen bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Der Forschungsreaktor war seit 1959 in Basel. Der damalige Leiter des physikalischen Instituts hatte ihn von der Weltausstellung in Brüssel nach Basel gebracht. Unterdessen hat sich die Basler Physik von der experimentellen Kernphysik als Forschungsschwerpunkt verabschiedet und plant am heutigen Standort Neubauten. Deshalb haben sich die Verantwortlichen schon vor mehreren Jahren entschieden, den Reaktor im Keller stillzulegen.