Seit drei Jahrzehnten warten die Fahrenden darauf, dass der Kanton Basel-Stadt ihnen einen Standplatz zuweist. Seit Frühling nutzen sie einen Teil des Hafenareals an der Uferstrasse auf dem ehemaligen Esso-Areal. Zunächst hatten die Fahrenden den Platz einfach besetzt. Mangels Alternativen wurde die Nutzung vom Kanton geduldet. Oder, wie es offiziell hiess: «Vorläufig sind die Fahrenden im Hafen ohne Fristangabe geduldet.»

Denn eigentlich muss jeder Kanton den Fahrenden einen Standplatz zur Verfügung stellen. Auch der Kanton Basel-Stadt hat sich in seinem Richtplan verpflichtet, bis 2019 einen Standplatz für Fahrende einzurichten.

Im Richtplan ist von einem Gelände in der Grösse von 2000 Quadratmetern für zehn Stellplätze die Rede. Zum Vergleich: Der provisorische Standplatz am Klybeckquai ist etwa 750 Quadratmeter gross.

Fahrende kommen zur UPK

Jetzt hat der Regierungsrat den Standortentscheid gefällt: Künftig sollen die Fahrenden auf einem Platz zwischen der Burgfelderstrasse und der Flughafenstrasse am nordwestlichen Rand des Geländes der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel Station machen. Die Fläche, die kaum 100 Meter von der Landesgrenze entfernt liegt, wird derzeit nicht genutzt.

Der Regierungsrat hat das Bau- und Verkehrsdepartement damit beauftragt, die für die Umsetzung des Standplatzes erforderliche Finanzierungsvorlage zuhanden des Grossen Rates vorzubereiten. Es wird mit Kosten für Erschliessung des Areals und Einrichtung der Infrastruktur in Höhe von rund 1,4 Millionen Franken gerechnet. Der Kanton Basel-Stadt hat sich in seinem Richtplan verpflichtet, bis 2019 einen Standplatz für Fahrende einzurichten. Vorgesehen ist, den Standplatz bereits 2017 in Betrieb zu nehmen.

Für die Fahrenden ist der regierungsrätliche Beschluss vom Dienstag die erste gute Nachricht seit langem. Wenn der Grosse Rat dem Vorhaben zustimmt, könnte ihr Warten auf einen Standplatz nach drei Jahrzehnten ein Ende haben. Bis es so weit ist, werden die Fahrenden vermutlich neben dem Verein I-Land auf dem ehemaligen Esso-Areal bleiben.