Sie sind unverkennbar mit ihren schwarzen Hüten, die allesamt von einem weissen Band und einer weissen Feder geziert werden. Doch dann hört es auch schon auf mit dem gewohnten Auftritt des «Top Secret Drum Corps». Denn die Basler Trommelformation hat sich für die elfte Ausgabe des Basel Tattoo etwas Spezielles überlegt. Die schwarze Uniform wurde gegen eine weisse getauscht. Und anstelle der etwa ein Dutzend Trommlern, die normalerweise zusammen auftreten, sind es aus gegebenem Anlass rund 40 Herren. Denn das «Top Secret Drum Corps» feiert am diesjährigen Basel Tattoo sein 25-jähriges Bestehen und hat dazu alle Mitglieder seit der Gründung zusammengetrommelt – inklusive Tattoo-Gründer Erik Julliard. Die beiden Auftritte des «Top Secret Jubilee Corps», das Männer zwischen 18 und 61 Jahren zusammen bringt, sind Highlights der Show. Auch, weil sie die Arena nicht zu Fuss betreten, sondern auf Hover-Boards einfahren.

Nachdem das Tattoo letztes Jahr Jubiläum feierte, mussten sich die Organisatoren für die neuste Ausgabe etwas Aussergewöhnliches überlegen, um noch einmal einen draufzupacken. So kann man zum allerersten Mal überhaupt an einem Tattoo dem Zusammenspiel der wohl begehrtesten Militärmusikformation der Welt, der «Band of HM Royal Marines» und der «Japan Maritime Self-Defence Force Band» lauschen. Untermalt wird die Kombination der beiden Länder durch Projektionen landestypischer Gebäude, die auf dem Kasernen-Hauptbau erscheinen.

Deplatzierte Botschaft

Während die Formationen aus Japan und Grossbritannien eher auf mit Dudelsäcken und starkem Trommelspiel untermalte, traditionelle Musik wie «Amazing Grace» setzen, zeigen sich die französische und die finnische Formation etwas mutiger. Während das «Bataillon de Chasseurs Alpins» sich an die Adaption eines Songs aus dem Disney-Film «Frozen» wagt, gibt es von der «Conscript Band of the Finnish Defence Forces» eine Hommage an Michael Jackson und dessen Song «Thriller». Die musikalischen Darbietungen wussten das Publikum einmal mehr zu begeistern. Aber auch die in absoluter Perfektion einstudierten Choreografien der «Nippon Sport Science University ‹Shudan-Kodo› Marching Team» sowie die traditionellen Tänze der «Canadian Celtic Highland Dancers» überzeugten die Besucher des Tattoo.

Die Trommler der Top Secret am Tattoo 2015

Dennoch muss bilanziert werden, dass die elfte Ausgabe des Militärmusikfestivals nicht die beste, sondern eher durchschnittlich solid ist. Und einen etwas faden Beigeschmack hat. Das grosse Finale, welches unter dem Motto «Feel the beat» steht, wird durch eine Botschaft eingeläutet, die an solch einem Festival eher deplatziert wirkt. Auf der Kasernen-Fassade werden Bilder von leidenden Flüchtlingen, Panzern, Schiffen und Flugzeugen gezeigt. Damit wollen die Macher daran erinnern, dass sich viele der Länder, aus denen Formationen in Basel weilen, im Krieg befinden. Und daran, dass viele Teilnehmer Soldaten sind, und nicht «nur» Musik machen.