Basel Tattoo

Basel Tattoo: Grosse Verwirrung um erneute Einsprache

Der Knatsch ums Basel Tattoo geht weiter.

Der Knatsch ums Basel Tattoo geht weiter.

Die Posse ums Basel Tattoo geht wider Erwarten eine Runde weiter. Das Komitee «Heb Sorg zum Glaibasel» hat gegen die von der Allmendverwaltung ausgesprochene Bewilligung Beschwerde eingereicht. Dies, obwohl Anwohner und Veranstalter zu einer Einigung gekommen sind.

Am späten Nachmittag begann ein neues Verwirrspiel um das Basel Tattoo. Dieses sei nun erneut in Gefahr, hiess es in einer Medienmitteilung des Veranstalters. Denn wie das Basel Tattoo mitteilte, haben die Gegner der Veranstaltung erneut Rekurs gegen die Baubewilligung für das Tattoo eingereicht.

Dies, obwohl in der vergangenen Woche prominente Vertreter des Komitees «Heb Sorg zum Glaibasel» erklärt hatten, unter den neuen Bedingungen seien sie mit der Veranstaltung einverstanden. Die Allmendverwaltung hatte das Tattoo bewilligt, allerdings unter Auflagen im Bereich der WC-Anlagen, über die sich einige Anwohner beklagt hatten. Die Rasenfläche müsse frei bleiben und es dürften keine chemischen Toiletten mehr eingesetzt werden, so die Gegnerschaft.

Am Ende baute der Kanton für 30'000 Franken neue Abwasserabläufe auf dem Areal, um den Einsatz von WC-Wagen abseits der Wiese zu ermöglichen. Diese sollen im Eck zwischen Kopfbau und Reitstall, sowie am Eingang zum Kasernenareal zu stehen kommen und auch für andere Veranstaltungen genutzt werden können.

Lange Verhandlungen

Das Tattoo und der Verein «Heb Sorg zum Glaibasel» rund um die Grünem-Politikerin Anita Lachenmeier und den Chefbeamten Thomas Mächler hatten zuvor lange vergeblich miteinander verhandelt. Dabei hatte Baudirektor Hanspeter Wessels zeitweise persönlich die Vermittlerrolle übernommen und sich nach der ergangenen Bewilligung erleichtert gezeigt, dass eine Einigung doch noch möglich gewesen sei. Dies, obwohl Tattoo-Produzent Erik Julliard die Verschiebung der Toilettenstandorte gemäss der neuen Auflagen als «alles andere als optimal» kritisiert hatte.

Der erneute Einspruch gegen die Militärmusik-Veranstaltung, die jährlich mehr als hunderttausend Zuschauer nach Basel lockt, ist für den Tattoo-Veranstalter Erik Julliard der Beweis, dass es dem Verein «Heb Sorg zum Glaibasel» nie um die Toiletten oder die Rasenfläche gegangen sei. Sondern darum, das Tattoo an sich zu verhindern. Julliard schreibt in einem Communiqué: «Ich ging nun davon aus, dass das Thema endlich vom Tisch ist und man vorwärts schauen könnte». Nun stehe das Tattoo, rund zwei Monate vor seiner Premiere am 19. Juli «faktisch immer noch ohne Bewilligung da». Denn der Rekurs habe aufschiebende Wirkung auf die Bewilligung.

Lachenmeier ist verwirrt

Anita Lachenmeier zeigte sich auf Anfrage «äusserst erstaunt» über den erneuten Rekurs. «Wir haben keinen Rekurs eingereicht, auch wenn da angeblich mein Name darauf steht. Ich weiss von nichts.» Sie sehe auch keinen Grund für eine neuerliche Einsprache, sagte die ehemalige Nationalrätin: «Für mich ist das ein Rätsel. Die Wiese bleibt ja jetzt frei und damit ist das Thema für mich erledigt.

Die juristische Sekretärin der Baurekurskommission konnte nicht viel mehr sagen, als den Eingang des erneuten Rekurses zu bestätigen. Annatina Wirz meinte aber auch, dass sie nicht befugt sei zu sagen, wer den neuerlichen Rekurs unterzeichnet habe: «Es ist denkbar, dass jemand aus dem Komitee den Fuss in der Tür haben wollte». Denn ein Rekurs müsse innert zehn Tagen angemeldet werden, aber für die Begründung bleibe danach eine weitere Frist von zwanzig Tagen. Ein «vorsorglicher» Rekurs sei darum nicht unüblich.

Verwirrung auch bei Julliard

Auch bei den Tattoo-Veranstaltern scheint einige Unklarheit zu herrschen, denn gemäss Auskunft der Allmendverwaltung habe man mit der Bewilligung des Tattoos gleichzeitig allen eventuellen Rekursen die aufschiebende Wirkung entzogen. Dies stehe auch ausdrücklich auf der Bewilligung. Damit bestehe faktisch gesehen keine Gefahr für die Durchführung des Anlasses.

Von Baudirektor Wessels, der für die Allmendverwaltung zuständig ist, war heute keine Stellungnahme zu erhalten. An ihn dürfte sich aber der Satz richten, den die Verantwortlichen des Basel Tattoo in ihrer Medienmitteilung an den Schluss stellen «Wir sind nun gespannt, wie der Kanton Basel-Stadt diese Situation zu lösen vermag». Zum Ende bleibt nur zu rapportieren, was Anita Lachenmeier sagte: «Ich weiss nicht, was jetzt hier los ist.»

Am späten Abend erfolgte dann die vorerst letzte Wendung in diesem kuriosen Fall: Thomas Mächler, Präsident von «Heb Sorg zum Glaibasel» kritisierte in einem Communiqué die Tattoo-Mitteilung scharf und wollte richtig gestellt haben, «dass der Anwalt der Anwohnerinnen und vom Komitee «Heb Sorg zum Glaibasel» bei der Baurekurskommission ein Gesuch um Akteneinsicht gestellt hat und ‹vorsorglicherweise› (das Wort ist in der Eingabe fett und unterstrichen) einen Rekurs angemeldet hat. Ziel ist es, Einsicht in die neuen, nie öffentlich aufgelegten Unterlagen zum Gesuch 2013 zu nehmen und auch den genauen Wortlaut der Bewilligungsauflagen zu erfahren.» Mächler traut den Tattoo-Veranstaltern offenbar nicht und befürchtet, dass diese weiter gegen die Auflagen vorgehen werden. Ob dies der Fall ist, lasse sich nur durch Akteneinsicht abklären.

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