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Basel Tourismus: «Basel hat mehr zu bieten als Pokémon»

Basel Tourismus profitiert vom viralen Erfolg «Pokémon Go - The Revenge», aber möchte die Stadt nicht nur als Spielwiese für Monsterjäger vermarkten.

Andreas Fahrländer
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Pokemon Go in Basel
4 Bilder
Die Wesen sind überall in Basel verteilt. Hier bei der Predigerkirche.
Hier wird gerade ein «Taubsi» gefangen.
Ein «Karpador» schwimmt im Rhein.

Pokemon Go in Basel

Zur Verfügung gestellt

Der Hype ist vorbei. «Basel hat mehr zu bieten als wilde Pokémon.» Mit diesen Worten wirbt Basel Tourismus auf Facebook – und führt gleich 17 gute Gründe an, die Stadt zu lieben. Die Basler Orchester zum Beispiel, das Theater, die Museen, die Messe, die Uni, den FCB, den Zolli, das mediterrane Klima und natürlich den Rhein.

«Wir positionieren uns klar als Kulturstadt, daher wollen wir zeigen, dass Basel mehr ist als eine Pokémon-Spielwiese», sagt Christine Waelti von Basel Tourismus. «Auf Social Media wollen wir ganz bewusst auch auf andere Reisegründe hinweisen.»

Basel Tourismus wollte mit dem äusserst erfolgreichen Werbevideo – in dem als gelbe Pikachus verkleidete Schauspieler Passanten mit sogenannten Pokébällen bewerfen – nicht zuletzt ein jüngeres Zielpublikum ansprechen. Auf Facebook wurde es bis jetzt über 92,6 Millionen Mal angesehen. Auf der Videoplattform Youtube waren es bisher 4,6 Millionen Mal.

«Wir haben dank dem Video etwa 90'000 neue Facebook-Fans. Wir starten auf Facebook weitere Aktivitäten, um diese sehr internationale Community an uns zu binden», sagt Waelti. «Ausserdem haben wir sehr viele neue Medienkontakte gewonnen, da möchten wir auch dranbleiben. Wie sich das weiterentwickelt, wird sich zeigen.»

Juristische Folgen, weil in dem Video das Logo des Handyspiels von Nintendo verwendet wurde, fürchtet Basel Tourismus keine: «Wir rechnen nicht mit rechtlichen Konsequenzen», sagt Waelti. Die Zusammenarbeit mit der Agentur Fadeout, die das Video produziert hat, sei nach wie vor sehr gut. «Es ist für uns beide eine Erfolgsgeschichte. Wir wollten Bilder von Basel in die ganze Welt hinaustragen.» Das ist gelungen. Viele Medien hätten das Video auch auf ihren eigenen Plattformen geteilt. Wie oft das Video ausserhalb von Facebook und Youtube gesehen wurde, könne man wahrscheinlich nie genau sagen.

Stolperversicherungen

Der Erfolg des Handyspiels ruft auch andere geschäftstüchtige Unternehmen auf den Plan. In Deutschland werden bereits ziemlich unsinnige Pokémon-Versicherungen gegen Stolperunfälle angeboten. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA warnte schon kurz nach der Einführung der virtuellen Monsterjagd im Juli, dass dabei besonders das Treppensteigen riskant sei und man die Pokémons lieber am Tag und nicht am Abend jagen solle. Denn: «Die SUVA hat erfahren, dass sich Pokémons gerne als Stolperfallen tarnen.»