Landschaftspark
Basel-West bekommt jetzt seine eigene «Lange Erlen»

Ein Kiesabbaugebiet zwischen Basel und Allschwil sowie den französischen Grenzgemeinden Saint-Louis und Hegenheim soll zu einem Landschaftspark werden. Für eine erste Etappe beantragt die Basler Regierung dem Grossen Rat eine Anschubfinanzierung von 1,1 Millionen Franken.

Andreas Schwald
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Landschaftspark für Basel-West
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Der neue Landschaftspark soll zwischen dem Euro-Airport (am oberen Rand des Bildes) und dem Gartenbad Bachgraben (am rechten unteren Bildrand) entstehen.
Hier wird momentan Kies abgebaut.

Landschaftspark für Basel-West

zvg

Statt noch mehr Wohnhäusern erhält der Basler Westen in den kommenden Jahren gleich einen neuen Park. Die Anlage soll eine Art Lange Erlen am anderen Stadtrand sein, schrieb der Kanton heute Donnerstag in einer Mitteilung, und tatsächlich: Grenzüberschreitend zu Frankreich werden zehn Hektaren Land, die heute weitgehend eine Kiesgrube sind, aufgeschüttet und zu einem Park umgebaut. Der Name der Anlage ist derzeit «Parc des Carrières». Schliesslich wird zu grössten Teilen auf französischem Terrain zu stehen kommen.

Heute dominiert allerdings noch die Aussicht über staubige Kiesabbaugebiete den Charakter der Landschaft zwischen dem Bachgraben und dem Euro-Airport. Künftig soll die ganze Landschaft weitgehend eben und voller blühender Natur und Menschen sein.

Allerdings immer noch vorausgesetzt, dass der Grosse Rat Ja zu einer Anschubfinanzierung für die erste Realisierungsphase sagt. 1,1 Millionen Franken soll diese Kosten und bis 2025 dauern. Mit diesem Betrag soll die Entwicklung der Anlage sichergestellt werden. Insgesamt sind drei Phasen geplant, die alles in allem 4,4 Millionen Euro kosten würden.

Biodiversität und liegen im Gras

Neben Basel-Stadt sollen sich auch die Gemeinden Allschwil, Saint-Louis und Hégenheim daran beteiligen. Initiiert wurde das Projekt von der grenzüberschreitenden IBA Basel 2020, der internationalen Bauausstellung, die in den zehn Jahren von 2010 bis 2020 bereits diverse Projekte präsentierte und anschob. Der neue Park ist nun ein weiterer Meilenstein.

Das Kiesabbaugebiet zwischen Basel, Allschwil, Saint-Louis und Hégenheim soll laut dem Basler Planungsamt grossflächig rekultiviert werden: Aufgrund der in den kommenden Jahren Stück für Stück auslaufenden Kiesabbaukonzessionen könne ein attraktiver und ökologisch wertvoller Landschafts- und Naherholungsraum für die Bevölkerung der Region entwickelt werden.

Die Biodiversität, also die Artenvielfalt, stehe beim Park im Vordergrund, wie Projektleiter Sebastian Illig vom Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) sagt. «Die Anlage ist als Naherholungsraum gedacht, der benutzbar ist, und nicht als eine Art Naturmuseum.» So sollen auch Fuss- und Veloverbindungen gestärkt und ausgebaut werden, damit Wanderer, Spaziergänger und Freizeitsportler ausreichend Auslauf erhalten. Erste Visualisierungen zeigen eine moderate Auenlandschaft mit auslandenden Rasenflächen, die zum Verweilen einladen sollen.

Die Gemeinden ziehen mit

Die IBA Basel endet 2020 mit einer Expo, also noch deutlich vor der Realisierung des durch sie angestossenen Parkprojekts. Beteiligt am «Parc des Carrières» sind derzeit unter Federführung der IBA Basel und der Courvoisier Stadtentwicklung GmbH das BVD, die Ville de Saint-Louis, die Ville de Hégenheim, der Gemeindezweckverband Saint-Louis Agglomération, die Gemeinde Allschwil, das Bürgerspital Basel und der Baufirma Kibag. Sie bilden derzeit eine Interessensgemeinschaft, die das Projekt ab Dezember als Verein weiter vorantreiben soll.