Tourismus
Basel will sich in den Golfstaaten einen guten Ruf erarbeiten

Die Schweiz ist bei Touristen aus den Golfstaaten beliebt. Nun soll auch Basel von dieser zahlungskräftigen Klientel profitieren. Basel Tourismus will dafür sorgen, dass die Stadt am Rheinknie in der Golfregion zu einem guten Ruf kommt.

Moritz Kaufmann
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Basel will vermehrt zahlungskräftige Touristen aus den Golfstaaten anlocken.

Basel will vermehrt zahlungskräftige Touristen aus den Golfstaaten anlocken.

Keystone

Plus 58 Prozent: Diese satte Steigerung kann Basel Tourismus bei Gästen aus den Golfstaaten (Vereinigte Arabische Emiraten, Katar, Kuwait, Saudi Arabien etc.) verzeichnen. Mit insgesamt 8190 Logiernächten fällt diese Zielgruppe zwar im Vergleich zu anderen Herkunftsländern noch nicht gross ins Gewicht, doch der sprunghafte Anstieg der Logiernächte zeigt: Das Potenzial für Basel ist gross.

Der starke Zuwachs aus den Golfregionen ist zu einem grossen Teil auf den Aufenthalt eines Mitglieds der Herrscherfamilie aus Dubai zurückzuführen. Dieses liess sich im Frühling in Basel operieren und residierte mehrere Wochen lang mit der gesamten Entourage in Basel: Familienmitglieder, Bodyguards, Köche.

Hotels müssen mitziehen

Solche Aufmärsche von Gästen aus dem Arabischen Raum ist man sich in der Schweiz schon gewohnt. «In Genf oder in der Jungfrauregion haben Gäste aus dem Golf Tradition», sagt Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus. Nun soll auch Basel von dieser zahlungskräftigen Klientel profitieren - und zwar nicht nur von den Medizinaltouristen. Es sollen allgemein mehr Gäste aus dem Golf kommen. Die Voraussetzungen dafür seien gut, meint Egloff. «Die Gäste aus dem Golf reisen viel und sind bereit, neue Destinationen in der Schweiz kennen zu lernen.»

Bei der Medienkonferenz am Montag bezeichnet Basel Tourismus den Einstieg in den Zukunftsmarkt Golfstaaten denn auch als eines der Highlights des Jahres 2013. «In diesen Staaten ist der Ruf einer Destination sehr wichtig», erklärt Egloff die Besonderheit der Golfregion. Wenn hochrangige Personen - wie jene im Frühling - nach Basel kommen und zufrieden waren, ziehen sie automatisch Nachahmer an.

Auf diesen Effekt wolle man setzen, erklärt Egloff. Er warnt aber: «Das mit dem Ruf kann schnell hinten raus gehen.» Werde schlecht über einen Ort geredet, kämen als Konsequenz auch weniger Gäste. «Genf spürt diesen Effekt jeweils sehr stark», sagt Egloff. Wichtig sei deshalb, dass die hiesigen Gasstätten mitziehen und sich auf die Eigenheiten der neuen Kundschaft einlässt. Diesbezüglich habe er gute Signale aus der Basler Luxushotellerie.

Bei Brasilien gescheitert

Dass Investitionen in einen erfolgsversprechenden Markt nicht automatisch zu Erfolg führen, zeigt das Beispiel Brasilien: Vor einem Jahr erklärte Egloff an gleicher Stelle das südamerikanische Land zu einem strategischen Schwerpunkt. Die Zahlen der Tourismusstatistik zeigen aber nach unten. Brasilianische Gäste generierten 12 441 Logiernächte - 3,7 Prozent weniger als 2012.

Trotzdem hält Basel Tourismus an der Strategie fest, eher in neue Märkte zu investieren, als zu versuchen Gäste aus den traditionellen Herkunftsländern wie Deutschland zu halten. «Man muss einem Markt auch immer ein bisschen Zeit geben», sagt Egloff. Die Golfregion soll nun mindestens zwei bis drei Jahre bearbeitet werden. Bis dann soll sich zeigen, ob es Basel gelingt, sich einen Ruf zu erarbeiten.