Basel
Basel wirbt am chinesischen Mondfest für sich selbst

Basel nutzt das chinesische Mondfest für geschickte Eigenwerbung. Traditionelle Tänze, Klänge und Spezialitäten wurden den Interessierten auf dem Münsterplatz und im neu eröffneten Museum der Kulturen geboten. Mit von der Partie das chinesische TV.

Moritz Kaufmann
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Basel wirbt am chinesischen Mondfest
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Mondfest in Basel

Basel wirbt am chinesischen Mondfest

«Wir sind ehrgeizig,» sagte Guy Morin gestern an der Pressekonferenz zur Eröffnung des Basler Mondfests und machte damit auch gleich klar, um was es beim Mondfest auf dem Münsterplatz geht: Das Standortmarketing Basels in China voranzutreiben. Nach seiner Reise nach Moskau nutzte Morin bereits die nächste Gelegenheit, Basel international zu präsentieren. Das chinesische Mondfest bot die perfekte Gelegenheit dazu.

Hohe chinesische Prominenz

Das Fest, das dieses Jahr auf den 12. September fiel, ist eines der wichtigsten überhaupt im Reich der Mitte. Bei bestem Wetter sollten die Bewohner Basels gestern an die Kultur Chinas herangeführt werden. Traditionelle Tänze, Klänge und Spezialitäten wurden den Interessierten auf dem Münsterplatz und im neu eröffneten Museum der Kulturen geboten. Verpflegen konnte man sich selbstverständlich auch an chinesischen Fast-Food-Ständen, wie man sie von anderen Grossanlässen kennt.

Begangen wurde das Mondfest in Basel gestern zum zweiten Mal. 2010 fand es noch im Hof des Rathauses statt und zog weniger Publikum an. Dieses Jahr haben die Organisatoren dicker aufgetragen.

Staatliches TV ist vor Ort

So führte beispielsweise Xin Liu, Europa-Korrespondentin des mächtigen staatlichen Fernsehens CCTV – durch den Eröffnungsanlass im Museum der Kulturen. Sie moderierte in China unter anderem die Olympischen Spiele 2008 in Peking und ist deshalb äusserst prominent.

Anwesend an der Veranstaltung waren neben Guy Morin auch der chinesische Botschafter in der Schweiz, Wu Ken, sowie eine Delegation aus der Partnerstadt Shanghai, die extra angereist war. Alles in allem bot der Anlass eine hervorragende Werbeplattform für Basel in China. Morin machte denn auch keinen Hehl daraus, dass er den Anlass auch nutzen will, um seine Pläne voranzutreiben, Basel zum Zentrum der Chinesen in der Schweiz – zur Chinaworld Basel – zu machen.

Neue Freunde

«Wir bemühen uns am aktivsten um die Beziehungen zu China», meint Morin. Schliesslich stehe man auch in Konkurrenz zu Zürich oder Genf. Botschafter Wu bestätigt denn auch, dass der Kanton Basel-Stadt in China immer bekannter werde. Insbesondere durch die seit 2007 bestehende Städtepartnerschaft mit Shanghai, Chinas grösster Metropole. Sein Auftrag sei es, Brücken zu bauen zwischen Ländern und Menschen. Das Mondfest biete den 1500 bis 2000 Chinesen in der Region Basel die Gelegenheit, sich zu zeigen und neue Schweizer Freunde zu gewinnen.

Dies liegt auch Guy Morin am Herzen. Den Baslern sei die Nähe ihrer Stadt zu China nämlich noch gar nicht richtig bewusst. Das Mondfest biete deshalb auch Gelegenheit, «die Nähe erlebbar zu machen.» Und so profitierten schliesslich alle vom Fest auf dem Münsterplatz: die Basler Bevölkerung vom Kulturaustausch, die hier ansässigen Chinesen von der Gastfreundschaft und die Basler Wirtschaft vom chinesischen Wirtschaftsboom.