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Basel wird besser angezogen: Neue Läden werden eröffnet

Krise im Detailhandel? Nicht bei den Modegeschäften – mehrere Läden sehen Potenzial und expandieren. Bisher war das Angebot abgesehen von der Massenware nicht sehr gross. Das ändert sich nun mit der Eröffnung von neuen Läden.

Moritz Kaufmann
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Die exklusiven Stücke findet man im ersten Stock: Das Basler Modegeschäft «Set&Sekt» am Rümelinsplatz hat ausgebaut.

Die exklusiven Stücke findet man im ersten Stock: Das Basler Modegeschäft «Set&Sekt» am Rümelinsplatz hat ausgebaut.

ZVG: Mark Niedermann

Trendbewusste Basler beschweren sich gerne, sie müssten nach Zürich zum Shoppen – oder noch weiter weg. Zwar haben die bekannten Ketten wie H&M oder Zara längst auch ihre Adressen in der Innenstadt. Doch abgesehen von der Massenware ist das Angebot tatsächlich nicht besonders gross.

Nun kommt aber Bewegung in die Szene. Zum einen wagt die Zürcher Hipster-Boutique «Street-Files» einen ersten Schritt raus aus dem beheimateten Zürich. Dort gibt es bereits zwei Filialen. Unter demselben Namen werden ausserdem ein Online-Shop sowie eine Vertriebsagentur für Modemarken betrieben. So importiert «Street-Files» beispielsweise die überaus beliebten schwedischen «Sandqvist»-Rucksäcke in die Schweiz.

Nun kommt am Spalenberg eine weitere Dependance hinzu. Verantwortlich ist Michi Gass, der bereits sechs Jahre lang die Basler Filiale des Brettsport- und Jugendmodeladens «Doodah» führte. «Wir setzen auf einen Mix aus Stamm- und Laufkundschaft und wollten einen Standort in der Innenstadt.» Deshalb sei man auf den Spalenberg gekommen. «Orte wie die Freie Strasse oder die Falknerstrasse wären für uns nicht infrage gekommen, da sie erstens nicht zum Konzept passen und zweitens für uns unbezahlbar sind», erklärt Gass.

Der Spalenberg hingegen sei ideal. Seit dem Umbau habe ein Aufschwung eingesetzt, zu dem andere Modegeschäfte wie «Tarzan», «Erfolg» oder «7 Sisters» beigetragen hätten. Zwar verkauft «Street-Files» ausschliesslich Männer-Bekleidung, hat aber einen hohen Anteil weiblicher Kundschaft. Dies, weil die Auswahl an Accessoires wie Rucksäcken oder Sonnenbrillen gross ist. «Street-Files» bringt verschiedene Marken exklusiv nach Basel und setzt vom Stil her auf urbane Basics. Die Eröffnung wird mit Musik und Snacks im Laden und ab 22 Uhr in der Bar «Conto» beim Voltaplatz gefeiert.

Wenige, dafür richtige Kleider

Noch etwas bedeckt gibt sich das Team des neuen Geschäfts «Ooid» in der St. Johanns-Vorstadt, dessen Eröffnung ebenfalls bevorsteht. Es sind dieselben Leute, denen auch der Modeladen «Marinsel» an der Feldbergstrasse gehört und welche nun ebenfalls expandieren. Man darf gespannt sein – «Marinsel» führt seit Jahren sorgfältig ausgewählte, hochwertige Damen- und Herrenkleider im Sortiment.

Bereits am letzten Samstag weihte dafür «Set & Sekt» seine vergrösserte Filiale ein. Das Geschäft für High-End-Mode am Rümelinsplatz baute in den vergangenen zwei Monaten den ersten Stock über dem bereits bestehenden Laden aus, in dem bisher ein Coiffeursalon zu Hause war. Der Ausbau sei nötig geworden, sagt «Set & Sekt»-Eigentümerin Corinne Grüter. «Wir hatten bisher nur zwei Umkleidekabinen und teilweise so viele Kunden, dass es einfach eng wurde.»

Ab sofort stehen weitere grosszügige Kabinen zur Verfügung, ausserdem konnte Grüter ihr Sortiment erweitern. Im vom Basler Architekten Andi Bründler gestalteten oberen Stock hat es jetzt Platz für die exklusiveren Stücke. Doch wie kommts, dass ihr Laden expandiert, während andere Detailhändler in der Innenstadt über immer weniger Kundschaft klagen? Grüter, die am Mode-Design-Institut der HGK studierte, meint: «Man muss Basel ein bisschen verstehen.» Hier lege man Wert auf Qualität und Service. «Unsere Kunden haben tendenziell wenige Stücke in der Garderobe», sagt sie, «dafür die richtigen.»

Dass auch andere Modegeschäfte expandieren, freut sie die gebürtige Luzernerin sehr. «Ich finde es super, dass etwas läuft.»